23. November 2018 von Philipp Jauch in Newsroom
©  Sana Klinikum LichtenbergDr. Olaf Göing, Sana Klinikum Lichtenberg
© Sana Klinikum Lichtenberg

Gesundheitsmythen im Check: „Ein Glas Rotwein am Tag ist gut für das Herz“

Es heißt, Rotwein sei gesund.

In Maßen genossen, könne er Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und so sogar das Leben verlängern. Doch stimmt das wirklich?

Studien zur gesundheitsfördernden Wirkung von Rotwein gibt es zuhauf. Dabei wird vor allem dem Resveratrol, einer chemischen Verbindung mit antioxidativen Eigenschaften, eine große Bedeutung beigemessen. Wissenschaftler haben eine mögliche Wirksamkeit gegen Krebszellen gefunden. Andere Untersuchungen weisen auf positive Effekte der Substanz bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzkrankheiten oder Alzheimer hin. „In der Tat zeigen Studien, dass ein maßvoller Konsum von Rotwein das Risiko senkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes zu bekommen“, sagt Dr. Olaf Göing, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am Sana Klinikum Lichtenberg. Alkohol führe zudem zu einer Verdünnung des Blutes, was weniger Gerinnsel zur Folge habe. Allerdings dürfe man daraus nicht fälschlicherweise ableiten, dass Rotwein allgemein vollkommen unbedenklich wäre. Wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift.

Neben den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Rotweins hat Alkohol auch negative Auswirkungen auf unseren Organismus. So können schon kleine Mengen zu Reizungen der Schleimhaut in Mund, Speiseröhre und Magen führen. Die Säure kann zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt führen und auch Schäden an Leber und dem zentralen Nervensystem können die Folge eines regelmäßigen – vor allem exzessiven – Alkoholkonsums sein.

Bei allen Studien, die – zum Teil durch die Weinindustrie gefördert – ein Loblied auf den Rebensaft singen, bleibt Rotwein ein Genussmittel – und eben kein Medikament. Deshalb sollte man ihn mit Bedacht trinken und auch ab und zu eine Pause einlegen. Denn wer zwei Tage in der Woche komplett auf Alkohol verzichtet, tut nicht nur seiner Leber etwas Gutes, er senkt auch das Risiko eine Abhängigkeit zu entwickeln.