9. November 2018 von Oliver Winklmüller in Engagement
©  Sana Kliniken Leipziger Land | R. KunzDr. Kay-Rüdiger Kohlhaw von den Sana Kliniken Leipziger Land und DHL-Mitarbeiter Heinz Grützner beim Verladen der Betten.
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Drei LKW voller Krankenhausbetten

Sana Kliniken Leipziger Land, Rotary Club und DHL organisieren Bettenspende für Pflegeheime im Baltikum

Zum dritten Mal gehen Betten und anderes Mobiliar von Borna aus auf die Reise nach Estland.

Der Rotary-Club Leipzig-Brühl liefert zusammen mit der DHL Hub Leipzig GmbH und den Sana Kliniken Leipziger Land Betten und weitere Ausstattung an Pflegeheime in Estland. Denn auch wenn das Land wirtschaftlich einen stabilen Eindruck macht, ist die Not – vor allem außerhalb der Hauptstadt – groß.

Mit den Spenden werden drei Pflegeheime in Estland unterstützt: Einrichtungen in Piigaste (35 sehr stark bewegungseingeschränkte Bewohner), Nõlvaku (60 Bewohner mit mentalen Problemen, Demenz z.T. auch Alzheimer) und Härmalõng (35 Bewohner) bekommen 75 Betten, 75 Nachtschränkchen und zwölf Steri-Wagen, die in den Sana-Häusern Borna und Zwenkau nicht mehr benötigt wird. „Die ausgedienten mechanischen Betten sind noch voll funktionstüchtig und können problemlos weitere Jahrzehnte zum Einsatz kommen“, sagt Dr. Kay-Rüdiger Kohlhaw, chirurgischer Chefarzt am Sana Klinikum Borna. Am Donnerstag wurden die Spenden auf drei LKW verladen und abtransportiert. DHL übernimmt den kompletten Transport.

In Estland leben 1,3 Millionen Menschen. In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten fanden in Estland wichtige politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen statt. Obwohl es ein rasches Wirtschaftswachstum gab, das dem Land den Beinamen »Baltischer Tiger« verlieh, gibt es dennoch weiter ungelöste Probleme. Die Arbeitslosenquote ist hoch und das Land hat sieht sich mit gravierenden gesundheitspolitischen Probleme konfrontiert. Estland hat eine der niedrigsten Lebenserwartungen in Europa. Das Gesundheitssystem verfügt nicht über ausreichende Finanzmittel, und der Zugang zur Gesundheitsfürsorge ist je nach geographischer Lage und wirtschaftlichem Status sehr unterschiedlich. „In den von uns unterstützten Einrichtungen müssen sich die Bewohner bislang vielfach mit völlig veralteten Betten ohne Pflegekomfort begnügen. Das ist sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für das Personal körperlich sehr anstrengend, in einem Fall müssen Heimbewohner aktuell durch das Haus getragen werden! Insofern kann mit den Pflegebetten der Sana Kliniken Leipziger Land eine wirkliche Not gelindert werden“, sagt Mark Aretz vom Rotary-Club Leipzig-Brühl.

Neben der durchaus vorhandenen Not gibt es für die Leipziger Rotarier noch einen anderen Grund für die Hilfe im Baltikum: Dass die Hilfe wirklich dort ankommt, wo sie gebraucht wird, ist aus Sicht der Organisatoren in Estland gewährleistet: „Wir haben gute Kontakte und wissen aus der Vergangenheit, dass es funktioniert“, so Aretz.