12. Oktober 2018 von Dr. Ragnhild Münch in Newsroom
© www.organmodelle.deEin begehbares Herz veranschaulicht viele Details.
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Herzerkundungen

Begehbares Herz in Lübben

Für den „Herzmonat“ November hat sich Dipl.-Med. Frank Schwertfeger, Chefarzt der Inneren Medizin in Lübben etwas Außergewöhnliches einfallen lassen.

Am 10. November 2018 stehen unter dem Motto „Herz außer Takt“ riesige Herzmodelle in der Spreewaldklinik Lübben, die Besucher von 9 bis 15 Uhr selbst oder in Begleitung von Herz-Spezialisten erkunden können. Vorträge rund ums Herz informieren über die Akuttherapie und spezielle Kathetertechniken bei Vorhofflimmern und über Durchblutungsstörungen als mögliche Ursache. Zusätzlich warten Mitmach-Aktionen, die Diät- und Ernährungsberatung gibt wertvolle Tipps. Mit vor Ort sind die Unterstützer des Aktionstages – der ASB, die Selbsthilfegruppen rund ums Herz, die Sertürner Apotheke aus Lübben sowie die Deutsche Herzstiftung.

Beide Krankenhäuser des Klinikums Dahme-Spreewald haben besondere Spezialisten für Herzerkrankungen und verfügen über die modernste Ausstattung für Diagnostik und Therapie. „Unser Ziel im Herzmonat ist, unser Lebensorgan zu veranschaulichen, Wege zur Therapie aufzuzeigen und ins Gespräch zu kommen“, so Dipl.-Med. Frank Schwertfeger. „Das begehbare Herz ermöglicht, die Stellen zu zeigen, wo Beeinträchtigungen der Gesundheit auftreten können und mit den Vorträgen gehen wir der Frage nach, ob ein unregelmäßiges Herz reparierbar ist.“ 100.000 Mal täglich schlägt ein gesundes Herz, der Takt liegt bei 60 bis 80 Herzschlägen pro Minute. Es pumpt mehrere tausend Liter Blut durch den Körper und kommt gelegentlich aus dem Takt.

Viele leiden unter Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen. Dabei schlägt das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig und macht sich durch Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern bemerkbar. Das kann auch gesunde Menschen betreffen. Magnesium- oder Kaliummangel können Herzrhythmusstörungen auslösen, verstärkend wirken Kaffee, Alkohol, Nikotin, Medikamente, Stress oder Schlafmangel. Das ist zwar nicht lebensbedrohlich, erhöht aber das Risiko für andere Erkrankungen.
„Viele gute Gründe sind das, einmal das Herz näher zu erkunden und mehr über Risiken, Prävention und aktuelle Therapiemöglichkeiten zu erfahren“, lädt der Spezialist für Herzerkrankungen in die Spreewaldklinik Lübben ein.

2015 starben im Land Brandenburg 98 von 100 000 Einwohnern an Herzinfarkten, in Deutschland leiden etwa 1,8 Millionen Menschen unter einer Herzschwäche, 200-300.000 erleiden jährlich einen Schlaganfall. Der Anteil der Frauen steigt hierbei. Arteriosklerose (verstopfte Blutgefäße), Bluthochdruck oder auch Rhythmusstörungen (Vorhofflimmern) sind die häufigsten Auslöser eines Schlaganfalls. Beim Vorhofflimmern kommt es zu nicht geordneten Impulsen vom Vorhof an die Herzkammer, die sehr rasch aufeinander folgen. Liegt bereits ein Herzleiden oder eine andere Erkrankung vor, kommt das Herz häufiger aus dem Takt. Die Mediziner suchen und identifizieren die Ursache und behandeln dann die hauptsächliche Erkrankung. Das ist besonders wichtig, wenn das Risiko eines Schlaganfalls oder plötzlichen Herztods besteht. Ziel ist, den normalen Herzrhythmus wieder herzustellen.