4. Oktober 2018 von Anja Kley in Newsroom
© Sana Klinikum HofDie Versorgung von Schwerverletzten nach einem Verkehrsunfall stand im Mittelpunkt des 11. Hofer Traumatags, der sich dem Polytrauma widmete.
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Üben für den Notfall

11. Hofer Traumatag im Sana Klinikum Hof stieß auf großes Interesse

Die Versorgung von Schwerverletzten nach einem Verkehrsunfall stand im Mittelpunkt des 11. Hofer Traumatags, der sich dem Polytrauma widmete.

Dichter Nebel legte sich auf die Landstraße – plötzlich muss Helga Meier abrupt bremsen. Direkt vor ihr prallen zwei Autos aufeinander – eines geht sofort in Flammen auf. Geistesgegenwärtig greift sie sofort zum Handy und wählt den Notruf. Noch während es anklingelt läuft sie auf die Unfallstelle zu. Dann erreicht sie die Leitstelle und berichtet, vom dem schrecklichen Szenario, dass sich vor Ihren Augen abspielt. „Ein Fahrzeug steht in Flammen, eine Frau steigt brennend aus einem Golf, ein Mann ist eingeklemmt und eine weitere Person blutet am Arm und läuft verwirrt umher.“ Schnelles und richtiges handeln ist jetzt gefragt. Glücklicher Weise handelt es sich hier nur um eine gespieltes Szenario des Hofer Traumatages mit dem die Teilnehmer das Verhalten im Notfall trainieren.

Passiert ein Unfall – so ist die Versorgung schwerverletzter Personen für alle Beteiligten von den Ärzten, über die Rettungsdienste, die Feuerwehr als auch Polizei und Leitstelle eine große Herausforderung, die beruflich beansprucht und emotional belastet. Gerade bei polytraumatisierten Patienten – die mehrere Verletzungen gleichzeitig haben und eine davon zudem lebensbedrohlich ist, gilt es richtig und schnell zu handeln. Der 11. Hofer Traumatag widmete sich dem „Polytrauma“. „Wir freuen uns über das große Interesse an unserer Fortbildung.“, berichtet Prof. Matthias Schürmann, Chefarzt der Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie und Handchirurgie am Sana Klinikum Hof. Mehr als 60 Teilnehmern nahmen an dem gleichermaßen anschaulichen und effektiven Fortbildungsformat, das in seiner Form einzigartig in der Region ist, teil. Zu Beginn der Veranstaltung referierten Experten zu theoretischen Details anschließend übten die Teilnehmer in verschiedenen Workshops die praktischen Anwendungen. Höhepunkt des Traumatages war das interaktive Fallszenario, welches auf dem Parkplatz des Klinikums abgespielt wurde. Mittels Liveübertragung in den Konferenzraum des Klinikums konnten die Seminarteilnehmer die Geschehnisse verfolgen, analysieren und diskutieren. Prof. Schürmann schildert den Handlungsablauf: Innerhalb kürzester Zeit musste der Notarzt die Patienten „sichten“ und in Kategorien einteilen, die die Reihenfolge der Behandlung festlegen. Die Versorgung der Verbrennung und Unterarmfraktur der beiden Frauen übernahmen die Rettungssanitäter. Der Notarzt selbst kümmerte sich um den eingeklemmten Patienten und ergriff erste Maßnahmen zu dessen Stabilisierung. Während dieser Zeit hatte die Feuerwehr schon das brennende Fahrzeug gelöscht und die Vorgehensweise zur Bergung des Patienten besprochen. Er konnte schließlich befreit und mittels Trage in den Rettungswagen verlegt werden. Hier wurde er weiter behandelt bis er transportfähig war. Ab diesem Zeitpunkt wurde der freiwillige Patient durch eine Unfallpuppe ersetzt mit der so gut wie jede Verletzungen lebensecht simuliert werden kann.

Schlussendlich wurde der Verunfallte in dem im Konferenzraum gebracht, der zu Demonstrationszwecken zum Schockraum umfunktioniert wurde. Ab diesem Zeitpunkt waren die Traumatagteilnehmer live dabei und wurden aktiv in die Weiterbehandlung des Patienten einbezogen. Die Veranstalter des Hofer Traumatages, der Kreisverband Hof des BRK, die Freiwillige Feuerwehren aus Stadt und Landkreis Hof, die Integrierte Rettungsleitstelle Hochfranken, die Polizeiinspektion Hof und das Sana Klinikum Hof können auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurückblicken.