18. September 2018 von Julia Colligs in Newsroom
© Sana Andrea Schappalz (links) ist Betreuungsassistentin und Demenzbeauftragte im Sana-Krankenhaus Hürth.
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Momente des Glücks

Wie eine Betreuungsassistentin und Demenzbeauftragte den Aufenthalt im Krankenhaus angenehm gestaltet

Was macht eigentlich Andrea Schappalz, Betreuungsassistentin und Demenzbeauftragte im Sana-Krankenhaus Hürth?

Frau Schappalz, Sie kümmern sich in Ihrer Arbeit um an Demenz erkrankte Patientinnen und Patienten in der Klinik. Wie sieht Ihr Tagesablauf als Betreuungsassistentin aus?

In der Regel beginne ich meinen Tag mit Gesprächen mit den Pflegekräften auf den Stationen. Sie informieren mich, bei welchen Patienten ein besonderer Betreuungsbedarf besteht oder auch ein Gespräch mit Angehörigen sinnvoll ist. Anschließend besuche ich die Patienten und schaue mir an, wie ich für sie da sein und sie in ihrer Zeit im Krankenhaus unterstützen kann. Das geschieht im Rahmen von Gesprächen, gemeinsamen Bastelarbeiten, Gedächtnistrainings oder dem Vorlesen von Büchern. Häufig werde ich auch aus der Zentralen Notaufnahme zu Neuaufnahmen hinzugerufen. Demente Patienten, die neu in die Klinik eingeliefert werden, sind oftmals besonders verunsichert. Hier versuche ich, unterstützend und beruhigend einzuwirken. Wie ich meine Zeit mit den Patienten einteile, hängt ganz von den individuellen Bedürfnissen ab. Hier versuche ich, so gut und intensiv wie möglich für alle da zu sein.

Nicht viele Krankenhäuser haben eine Demenzbeauftragte. Was ist das Besondere an dieser Stelle?

Das Sana-Krankenhaus Hürth hat den wachsenden Bedarf in der Betreuung durch unsere Altersstruktur erkannt und darauf reagiert. Das finde ich klasse. Denn meine Arbeit kommt an vielen Stellen an. Als Betreuungsassistentin bin ich nicht nur für Patienten und Angehörige da. Ich entlaste auch die Pflegekräfte auf den Stationen, indem ich diese bei höherem Betreuungsaufwand in Ihrer Arbeit für demente Patienten unterstütze.

An den Reaktionen der Patienten und auch deren Angehörigen sehe ich zudem, wie sehr sich meine Arbeit lohnt und wie wichtig diese für das Wohlbefinden ist. Auch wenn Patienten nur für den Moment glücklich sind und mich danach meist wieder vergessen, so kann ich aber mit genau diesen Momenten dafür sorgen, dass sie sich in ihrer Zeit im Krankenhaus etwas geborgener fühlen.

Wie sind Sie zu dem Beruf der Betreuungsassistentin gekommen?

Gelernt habe ich den Beruf der Verwaltungsangestellten, mehr interessiert hat mich jedoch die Arbeit mit Menschen. So habe ich mich schließlich für den Pflegeberuf in einem Pflegeheim entschieden. Dabei ist eine Aufgabe für mich zur Herzensangelegenheit geworden: das Pflegen der Seele. Denn ich habe es so häufig miterlebt, wie verstört insbesondere demente Patienten waren, wenn sie etwa durch einen Krankenhausaufenthalt aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wurden, oder auch Angehörige zu Besuch kamen, die mit der Krankheit überfordert waren. Daher habe ich mich neben meiner Arbeit ein halbes Jahr lang zur Betreuungsassistentin ausbilden lassen. Jetzt bin ich in Hürth die Schnittstelle zwischen Pflegeheim und Krankenhaus und kann optimal auf meine Erfahrungen im Umgang mit den Patienten zurückgreifen und auf die Bedürfnisse eingehen.

Es ist eine wunderbare Arbeit, die mich oftmals fast selbst zu Tränen rührt. Insbesondere dann, wenn ich in die strahlenden Gesichter der Patienten sehe und Glück und Dankbarkeit widergespiegelt bekomme.