5. Juli 2018 von Beatrice Pietsch in Newsroom
© Sana Kliniken AGWelche Folgen hat ein Kopfball für das Gehirn?
© Sana Kliniken AG

Machen Kopfbälle krank?

Sana WM-Wissen: Folge 4

Welche Folgen hat ein Kopfball für das Gehirn?

Egal ob Profi oder Amateurspieler – jeder von ihnen spielt pro Saison unzählige Kopfbälle. Doch jeder einzelne Kopfball löst ein Mini-Trauma aus: Bei einem Kopfball wird zunächst Druck auf den Kopf und das Gehirn ausgeübt. Je stärker der Schuss ist, desto größer ist auch der Druck, der den Schädel erreicht. Noch gefährlicher ist, wenn der Kicker den Ball unvorbereitet gegen den Kopf oder sogar die Schläfe bekommt. Hauptsächlich betroffen bei einem Kopfball ist die sogenannte weiße Substanz. Diese stellt die Verbindung zwischen den einzelnen Gehirnarealen her. Welche Hirnfunktion dadurch beeinträchtigt ist, hängt davon ab, wo der Schädel getroffen wird: Wird der Ball mit der Stirn gespielt, dann ist der präfrontale Kortex betroffen. Dann wird das Arbeitsgedächtnis, die Fähigkeit, unbedeutende Informationen zu unterdrücken, und auch die Flexibilität, sich kurzfristig auf neue Situationen einzustellen, beeinträchtigt. Auch andere Bereich können in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn der Ball mitten auf den Kopf trifft, können eher räumliches Denken und motorische Fähigkeiten beeinträchtigt werden. Am Hinterkopf wiederum liegt das Sehzentrum.

Natürlich spielen die Konstitution des Spielers, sein Geschlecht, sein Alter und auch seine Gene eine Rolle, welche Auswirkungen das Kopfballspiel individuell hat. Es konnten jedoch bei Menschen, die in ihrem Leben viele Kopfbälle gespielt haben, Veränderungen im Gehirn festgestellt werden, die zum Teil als Narben zu erkennen sind. Jugendliche und weibliche Gehirne sind hierbei wesentlich empfindlicher als diese von erwachsenen, männlichen Sportlern.

Folgendes sollte zum Nachdenken anregen: Normalerweise ist man nach dem Sport leistungsfähiger. Es existieren jedoch Studien, die zeigen, dass Fußballer kognitiv schlechter sind, wenn sie viele Kopfbälle trainiert haben.