2. Mai 2018 von Anne Stach in Newsroom
© Sana Klinikum OffenbachV.l.n.r. Dr. med. Stefan Wenzel (Leitender Arzt Notarztstandort), Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Geschäftsführer Sascha John und Chefarzt Dr. med. Harald Klepzig (Klinik für Kardiologie, Internistische Intensivmedizin und Allgemeine Innere Medizin).
© Sana Klinikum Offenbach

Zehn Laiendefis für Offenbacher Sportplätze

Das Sana Klinikum Offenbach stattet die Übungsstätten der Stadt mit modernen AED-Geräten aus

Laut der deutschen Herzstiftung erleiden jedes Jahr in Deutschland 300.000 Menschen einen Herzinfarkt.

Noch bevor die Betroffenen die Klinik erreichen können, stirbt rund die Hälfte von ihnen, fast alle an der gefährlichen Herz-Rhythmusstörung „Kammerflimmern“. Und auch beim Sport erliegen mehrere hundert Menschen jährlich einem plötzlichen Herztod, zumeist ebenfalls ausgelöst durch plötzliches und unerwartetes Kammerflimmern. „Mit der Ausstattung unserer Sportstätten mit leicht handhabbaren und zugänglichen AED-Geräten, also externen automatischen Defibrillatoren, leisten wir einen nachhaltigen Beitrag für mehr medizinische Sicherheit auf unseren Anlagen. Wir danken dem Sana Klinikum Offenbach sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam verwirklichen können“, betonte Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke bei der offiziellen Vorstellung der Geräte auf dem Sportgelände Rosenhöhe und dankt dem Sana Klinikum Offenbach für sein großes Engagement. Auch Klinikgeschäftsführer Sascha John steht voll hinter dem Projekt: „Wir unterstützen die Stadt und ihr Sportmanagement an dieser Stelle gern. Neben der optimalen medizinischen Versorgung ist uns auch die Sensibilisierung und die Förderung der Bürgerinnen und Bürger für ihre Eigenverantwortung ein großes Anliegen. Hierzu zählen auch die Kenntnisse und Anwendung geeigneter Erste-Hilfe-Maßnahmen.“ Deshalb finanziert das Klinikum nicht nur die zehn Geräte und die dazugehörenden Informationstafeln mit rund 20 Tausend Euro, sondern bietet auch zusammen mit der Herstellerfirma Zoll Einweisungs- und Simulationstrainings an, bei denen die Teilnehmer die einfache Funktionsweise der Geräte kennenlernen und ihre allgemeinen Kenntnisse der Ersten Hilfe für den Fall einer nötigen Reanimation auffrischen können. Die Platzwarte der betreffenden Sportanlagen wurden bereits im April geschult. Terminangebote für Vereinstrainer sollen in den nächsten Wochen folgen.

AED-Geräte sind überall da sinnvoll, wo viele Menschen zusammenkommen, beispielsweise in Betrieben, Verwaltungen, Kaufhäusern, Bahnhöfen, Flughäfen, Sport- und anderen Begegnungsstätten. „Grundsätzlich ist Sport nicht gefährlich, im Gegenteil“, betont bei der Vorstellung des Projektes Professor Dr. Harald Klepzig, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Sana Klinikum Offenbach. Ihm ist wichtig: „Für viele Menschen ist Sport wichtig und gesund, auch in der Prävention vor Erkrankungen. Und auch Betroffene mit Herzkrankheiten können mit regelmäßigem und passendem Sport das Risiko eines plötzlichen frühen Herzstillstandes sogar entgegenwirken.“ Er weist aber darauf hin, dass viele Menschen die möglichen Risiken zu wenig kennen oder sich ihrer Grunderkrankung gar nicht bewusst sind. Deshalb empfiehlt Prof. Klepzig sich regelmäßig durchchecken zu lassen, vor allem, wenn man länger keinen Sport gemacht hat.

Die Kosten eines Gesundheitschecks würden ab dem 35. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Außerdem sollten Infekte gut auskuriert werden, da sie den Körper und den Herz-Kreislauf oft mehr anstrengten, als den Betroffenen klar sei. Und letztlich sollte auch übertriebener Ehrgeiz vermieden und auf familiäre Vorbelastungen oder andere Warnsignale wie Druckgefühl, Schmerzen oder einem Engegefühl im Brustkorb geachtet und im Zweifelsfall der Hausarzt befragt werden.

Alle bei der Vorstellung auf der Rosenhöhe Anwesenden sind sich einig: Erste-Hilfe-Kurse können nur dann wirklich nachhaltig wirken, wenn das Erlernte im Ernstfall auch angewandt wird. „Uns waren eine einfache Handhabung und verständliche, bildgestützte Erklärungen deshalb sehr wichtig. Unser gemeinsames Ziel ist, dass die Geräte im Falle eines Falles auch genutzt werden und nicht an der Wand hängen bleiben“, so Offenbachs Oberbürgermeister. Wie einfach die Geräte sind, die in den letzten Tagen bereits an den zehn Außensportanlagen der Stadt angebracht wurden, konnten dann die Anwesenden gleich vor Ort miterleben.