29. März 2018 von Beatrice Pietsch in Newsroom
© PrivatNicht nur zu Ostern sind Eier begehrt. Jeder Deutsche isst durchschnittlich 233 Eier pro Jahr.
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Sieben Fakten zum (Oster)Ei, die jeder kennen sollte

Haltbarkeit, Nährstoffe und Cholesterin: Was steckt dahinter?

Osterzeit ist Eierzeit – im ganzen Land werden in den kommenden Tagen wieder massenhaft Eier gekauft, gekocht, bemalt und in Osternestern präsentiert.

Dabei stellen sich viele Fragen, die kurz vor den Feiertagen in jedem Fall noch geklärt werden sollten. Legen braune Hennen nur braune Eier? Kann man grünes Eigelb essen, oder besser nicht? Muss ich mir Sorgen über das „böse Cholesterin“ machen? Und wie lange halten eigentlich gekochte Eier? Ansichten und Meinungen dazu gibt es viele, doch was sagt der Faktencheck? Unser Eier-Einmaleins zum Osterfest.

Woraus besteht ein Ei?
Das durchschnittliche Hühnerei ist zwischen 61 und 73 Gramm leicht. Es besteht zu etwa 60 Prozent aus Eiklar und nur zu etwa 30 Prozent aus Dotter. Die übrigen zehn Prozent entfallen auf die Schale – die an Ostern meist besondere Aufmerksamkeit erhält. Der Dotter kann übrigens verschiedene Farben annehmen. Je nach Fütterung der Henne reicht die Färbung von hellem Gelb bis zu tiefem Orange.

Wieso färbt sich der Dotter manchmal grün und muss man das Ei dann entsorgen?
Die grüne Färbung entsteht durch eine chemische Reaktion bei hartgekochten Eiern. Dabei reagiert das Eisen aus dem Eigelb mit dem Schwefel im Eiweiß zu Eisensulfid. Der grün-blaue Rand am Eigelb wächst dann mit zunehmender Kochdauer immer weiter ins Eigelb hinein. Aber keine Angst: Ein grün gefärbter Dotter gewinnt zwar keinen Schönheitspreis mehr, Eisensulfid ist aber in dieser Menge völlig unbedenklich und kein Grund das Ei wegzuwerfen.

Eiweiß besteht nur aus Eiweißen – oder etwa doch nicht?
Nicht ausschließlich. Das Eiweiß enthält zu 90 Prozent Wasser. Die restlichen zehn Prozent sind Mineralstoffe, Vitamine und Proteine, die auch oft Eiweiße genannt werden. Übrigens: Der Proteingehalt im Eigelb ist höher als im Eiklar.

Was ist mit dem bösen Cholesterin?
Maximal zwei Eier in der Woche. Diesen Ratschlag hat ganz sicher jeder von uns schon einmal gehört. Denn: Das Ei ist reich an Cholesterin. Ein Stoff, der im Blut in größeren Mengen das Risiko für verkalkte Arterien und damit auch für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht. Generell hat das Cholesterin aus dem Ei und der Nahrung aber nur einen geringen Einfluss darauf, wie viel des Stoffs im Blut zirkuliert. Grund dafür ist ein ausgeklügelter Stoffwechsel, der bei einem gesunden Menschen die Cholesterinmenge in Schach hält. Damit der Nachschub stimmt, stellt der Körper Cholesterin zum Großteil selbst her. Kommt noch Cholesterin aus der Nahrung hinzu, vermindert der Körper sofort seine eigene Produktion, wenn der Darm eine größere Aufnahme aus der Nahrung meldet. Zudem ist die Aufnahme über den Darm begrenzt. Liefert das Frühstücksei zu viel Cholesterin, scheidet der Körper das überflüssige einfach wieder aus. Das ist jedoch kein Freibrief für alle: Patienten mit Gefäßerkrankungen, Diabetiker sowie Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut reagieren wesentlich empfindlicher auf Nahrungscholesterin. Sie sollten daher etwas zurückhaltender sein, denn ihr Körper kann das Nahrungscholesterin und die körpereigene Cholesterinproduktion nicht mehr so gut ausbalancieren. Dies kann den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen und langfristig Herz und Gefäße gefährden. An den Ostertagen dürfen Betroffene aber durchaus mal ein Auge zudrücken. Es geht ja um den langfristigen Durchschnitt des Eierkonsums. Da sind kurzfristig auch ein paar Eier mehr drin. Auf eines sollte jedoch beim Eierverzehr das ganze Jahr über geachtet werden: welche Fette wir gemeinsam mit den Eiern zu uns nehmen. Ungesättigte Fettsäuren, die etwa in Sonnenblumenöl oder Lachs enthalten sind, haben eine herzschützende Wirkung. Vorsicht ist bei gesättigten Fettsäuren geboten, die sich in allen tierischen Lebensmitteln sowie Fertiggerichten und Fertigsaucen befinden.

Wie lange ist ein rohes Ei frisch?
Am einfachsten ist das natürlich zu überprüfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung steht. Bei losen Eiern, gibt es einen Trick, der verrät, ob das Ei noch genießbar ist – der Schwimmtest. Dazu taucht man das Ei in ein mit kaltem Wasser gefülltes Glas. Ein frisches Ei taucht bis auf den Boden. Ältere richten sich teilweise auf oder steigen langsam nach oben. Schwimmt ein Ei unter der Wasseroberfläche, so ist es mindestens vier Wochen alt und nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Die einen kaufen aus Überzeugung nur braune Eier. Die anderen zum Färben in jedem Fall weiße. Stimmt es eigentlich, dass braune Hennen nur braune Eier legen? Welche Farbe Eier haben, ist genetisch bedingt. In den meisten Fällen liegt man richtig, wenn man den Blick auf die Hautlappen unter dem Ohr, die sogenannten Ohrscheiben, der Henne richtet. Sind diese weiß, legt die Henne fast ausschließlich weiße Eier. Sind sie hingegen rötlich oder rosafarben, wird die Eierschale mit hoher Wahrscheinlichkeit braun.

Wir alle kennen das: Das Färben hat so viel Freude bereitet, dass wir dann doch wieder ein paar Eier mehr gekocht und bemalt haben. Wie lange kann man denn hart gekochte Ostereier noch essen?
Bei hart gekochten Eiern sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Schale nicht angeknackst ist, also keine Risse oder Ähnliches aufweist. Auch sollten Eier nach dem Kochen nicht abgeschreckt werden. Denn das beschädigt ihre natürliche Schutzschicht. Durch die beschädigte Schale können Keime eindringen und die Eier schneller verderben lassen. Ist es doch passiert, sollten sie in den Kühlschrank gelegt werden und innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Ansonsten halten hartgekochte Eier bei Zimmertemperatur etwa zwei Wochen, im Kühlschrank ganze vier Wochen.

Übrigens: Die krankhafte Angst vor Eiern nennt man Oolophobie – oder auch Ovophobie. Der Regisseur Alfred Hitchcock hatte beispielsweise fürchterliche Angst vor Eiern.