© fotolia.de | psdesign1Rechtzeitig zur Darmspiegelung: Regelmäßig durchgeführt,lässt sich Darmkrebs mit beinahe 100-prozentiger Sicherheit verhindern.
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Darmkrebsvorsorge: Je früher, desto besser

Warum die verbreitete Angst vor der Darmspiegelung unbegründet ist...

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Dabei kann kaum einer Krebsart so leicht vorgebeugt werden.

Durch die flächendeckend durchgeführte Vorsorgekoloskopie könnten 90 Prozent aller Todesfälle an Darmkrebs vermieden werden.  Doch viele nehmen die Gelegenheit zur Krebsvorsorge nicht wahr – weil sie Angst vor der Darmspiegelung haben.

„Oft sind es die Ehefrauen, die ihre Männer zur Darmkrebsvorsorge drängen“, weiß PD Dr. Kay Kohlhaw, Chefarzt der Klinik für Allgemein, Viszeral, MIC,- und Gefäßchirurgie am Sana Klinikum Borna. „Lassen Sie sich nicht davon abbbringen“, appelliert er an diese, „allein das frühzeitige Erkennen von Veränderungen im Darm kann die Entstehung von Darmkrebs verhindern, Leben retten und einen langen Leidensweg ersparen. Die Vorsorge gewinnt immer mehr an Bedeutung!“

Die beste Vorsorge-Möglichkeit ist die Darmspiegelung, da sie die Möglichkeit bietet, Polypen als Vorstufe von Darmkrebs sowohl klar zu erkennen als auch sie sofort während der Spiegelung mit einer Schlinge zu entfernen, bevor sich daraus ein Tumor entwickelt. Die Spiegelung des Darms ist weitgehend schmerzfrei und schon nach wenigen Minuten hat man Gewissheit. Sie ist viel genauer als der Test auf verborgenes Blut im Stuhl, der heute auch nicht mehr empfohlen wird. Regelmäßig durchgeführt, lässt sich der Darmkrebs mit fast 100-prozentiger Sicherheit verhindern. Sie wird von den mit dem Darmzentrum zusammen arbeitenden Fachärzten oder bei besonderen Situationen im Klinikum angeboten. Derzeit werden diese Darmspiegelungen ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre (bei unauffälligem Ergebnis) von den Kassen übernommen. Mit Erfolg: „Die Zahl der Menschen, die ab dem 55. Lebensjahr an Darmkrebs erkranken, ist seit Einführung der Darmspiegelung um 26 Prozent gesunken. Durch das Erkennen früherer Stadien sind darüber hinaus 21 Prozent weniger Patienten verstorben, diese konnten definitiv geheilt werden “, so Dr. Kohlhaw.

Chefarzt Dr. Andreas Klamann, der mit seinem Internisten-Team am Sana Klinikum Borna diese Untersuchung vornimmt, erklärt dass die Untersuchung normalerweise ambulant, also ohne stationären Krankenhausaufenthalt abläuft. Um den Darm genau untersuchen zu können, muss dieser zuvor gut gereinigt und von Stuhlresten befreit sein. Dies geschieht vorbereitend durch ein Abführmittel, dass am Tag vor der geplanten Koloskopie – so der Fachbegriff – eingenommen wird.  Bei der Untersuchung selbst befindet sich der Patient durch Medikamentengabe in einem Dämmerschlaf; vom eigentlichen Eingriff bekommt er so gut wie nichts mit. Das dünne, schlauchförmige und biegsame Endoskop wird vorsichtig durch den After vom Dickdarm bis zum Dünndarm geschoben. Zudem wird über das Endoskop Luft in den Darm geblasen, damit dieser sich entfalten und beim Zurückziehen, die Darmschleimhaut sorgfältig untersucht und auf Unregelmäßigkeiten überprüft werden kann. „Schon bei dieser Erstuntersuchung werden harmlose Polypen, aus denen aber in einem späteren Stadium der Darmkrebs entstehen kann, völlig schmerzfrei abgetragen“, erklärt der Mediziner. „Nach 20 Minuten ist alles vorbei und wir haben Klarheit“, so Dr. Klamann weiter.

Sobald der Patient wieder zu sich gekommen ist, kann er wieder nach Hause. Allerdings darf er aufgrund des Betäubungsmittels nicht selbst mit dem Auto fahren. Einmal– ohne größere Auffälligkeiten – gemacht, ist eine erneute Vorsorgeuntersuchung dann erst wieder in rund fünf bis zehn Jahren notwendig.