25. Januar 2018 von Irene Göbel in Neue Verfahren, Newsroom
© SHC - Foto: Daniela KühnDr. Volker Herwig (l.) und Kardiologe Marcin Widawski kontrollieren bei einer Nachuntersuchung die Herzfunktion. Das Ultraschalbild zeigt, dass das Herz von Ewald Krüger wie gewünscht funktioniert.
© SHC - Foto: Daniela Kühn

Lebensretter im Miniaturformat unter der Haut

Im Sana-Herzzentrum Cottbus wurde zum ersten Mal ein subkutan implantierbarer Cardioverter Defibrillator eingesetzt.

Die Technologie dieses kleinen Wunderwerkes der Technik - ein S-ICD - schont bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen die Gefäße und das Herz.

Vor diesen für Ewald Krüger so wichtigem Eingriff im Sommer 2017 im Sana-Herzzentrum Cottbus hatte er 30 Kilo abgenommen. Ungewollt und ohne erkennbaren Grund. „Es gab keine Erklärung für meinen Gewichtsverlust“, berichtet der 74-jährige Brandenburger. „Aber die Auswirkungen waren enorm. Ich wurde schwächer und schwächer.“ Erst schleichend, bald jedoch ganz offensichtlich ging es dem früheren Koordinator im Stahlwerk Brandenburg immer schlechter. Viele Monate zog sich dieser Prozess hin, begleitet von zahlreichen medizinischen Untersuchungen. Nach über einem Jahr dann endlich die Diagnose: Eine Infektion, die sich von einem Herzschrittmacher aus im Körper ausgebreitet hat. Wäre sie nicht erkannt worden, hätte sie Ewald Krüger das Leben gekostet. Denn nach einem Herzinfarkt und wegen einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz ist er auf die Technik in seinem Körper angewiesen.

Zuerst explantierte Oberarzt Dr. Volker Herwig in einer mehrstündigen Operation den alten Herzschrittmacher. Und nach dem Abklingen der Infektion wurde dem Patienten in seinem Heimatkrankenhaus unterhalb der rechten Schulter ein neuer Defibrillator implantiert. Allerdings kehrte die Infektion zurück und die Diagnose ergab, dass auch das neue Gerät entfernt werden muss. „Um nicht erneut einen Fremdkörper in das Herz einzubringen, entschieden wir uns für einen völlig anderen Weg“, sagt Dr. Volker Herwig. So wurde zum ersten Mal im Cottbuser Herzzentrum im Sommer 2017 ein subkutan implantierbarer Cardioverter Defibrillator eingesetzt – direkt unter die Haut, Herz und Venensystem bleiben davon unberührt. Mit diesem Eingriff hat der Mediziner dem Patienten einen weiteren langen Leidensweg erspart.

Zusätzlich bekam Ewald Krüger einen Herzschrittmacher mit drei epikardialen (die Außenseite des Herzens betreffend) Elektroden. Diese Systeme arbeiten wie ein Minicomputer. Schlägt das Herz zu langsam, gibt der Schrittmacher Impulse ab und schlägt das Herz viel zu schnell, dann gibt der Defibrillator einen Impuls ab. „Während bei einem herkömmlichen Defibrillator die Drähte im Herzen implantiert sind, nimmt das subkutane Gerät die Signale über die Elektroden auf, die unter der Haut liegen“, erläutert Dr. Volker Herwig. Für Ewald Krüger ist der Lebensretter im Miniaturformat die optimale Lösung. „Dieses kleine Wunder der Technik überwacht nicht nur den Herzrhythmus“, erklärte der Mediziner dem Patienten bei einer Nachuntersuchung. „Bei lebensbedrohlichem extremen Herzrasen oder Kammerflimmern wird ein Elektroschock abgegeben. Sollte das Herz zu langsam schlagen, setzt der epikardiale Schrittmacher ein und sorgt so für einen regelmäßigen Herzschlag. Der plötzliche Herztod wird damit verhindert.“

Dem Rentner aus Brandenburg geht es seit dem Eingriff immer besser. Die täglichen Spaziergänge sind für den 74-Jährigen kein Problem mehr und er hat wieder sein Normalgewicht erreicht. „Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu viel esse“, sagt er schmunzelnd. Auch die Kontrolluntersuchungen in seiner Heimatstadt nimmt er regelmäßig wahr, die Werte sind in Ordnung. „Ich bin Dr. Herwig und dem Team des Sana-Herzzentrum Cottbus sehr dankbar, dass sie mich wieder so hergestellt haben.“

Quelle: Sana-Herzzentrum Cottbus

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