24. Januar 2018 von Sandra Wilderotter in Geparkt
© Evangelisches Bildungszentrum Stuttgart

Humor im Pflegealltag

„HUMOR HILFT HEILEN“ im EBZ Stuttgart

Am Evangelischen Bildungszentrum Stuttgart (EBZ) steht künftig das Fach Humor auf dem Stundenplan.

Ein Krankenhausalltag ist nicht immer einfach, das kann vor allem das Pflegepersonal bestätigen. Der Umgang mit Patienten erfordert nicht nur ein hohes Maß an Verantwortung und Kompetenz sondern auch die Fähigkeit, mit Trauer und Leid umgehen zu können. Umso wichtiger ist es, dass bei all den Anforderungen eines Krankenhausalltags das Lachen weiterhin möglich sein soll. Am Evangelischen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Stuttgart oder kurz EBZ startet im Sommer diesen Jahres ein Projekt, welches auf die Stiftung „HUMOR HILFT HEILEN (HHH)“ des Arztes, Fernsehmoderators und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen zurück geht. Neben klassischen Inhalten der Pflege- und Gesundheitswissenschaften wird künftig vermittelt, wie die heilsame Wirkung von Humor zum Einsatz kommen kann. Eine Bereicherung für die Patienten aber auch für die Auszubildenden selbst. So soll den Pflegekräften von Morgen schon jetzt die beste Unterstützung und Motivation geboten werden. Das EBZ ist das Bildungszentrum der drei evangelischen Krankenhäuser in Stuttgart: des Diakonie-Klinikums, des Karl-Olga-Krankenhauses und der Sana Klinik Bethesda Stuttgart.

„Die positiven Wirkungen des Lachens muss man ernst nehmen, so absurd es klingt. Und da gehört Humor zu einer der zentralen Schutzfaktoren.“, meint auch Eckart von Hirschhausen. In speziellen Humor-Workshops sollen die Auszubildenden des EBZ erlernen, wie man Dinge mit Humor loslassen und dadurch Stress und Anspannung abbauen kann. So wird künftig geübt, was nicht unbedingt auf einem klassischen Lehrplan steht aber dennoch von größter Bedeutung für die Tätigkeit in einem Krankenhaus ist: positive Stimmung, authentische Kommunikation und Herzlichkeit. Dabei ist das EBZ die erste Einrichtung im Südwesten, die mitmacht. „Ein Projekt mit Pioniercharakter“, so Hirschhausen bei einem Zusammentreffen mit Schulleiter Nau, Geschäftsführer Marcus Herbst und den beiden Pflegeschullehrern Klaus-Peter Rothfuss und Michaela Thurmeier.

Ein Humortrainer wird die Auszubildenden des EBZ zukünftig begleiten. Mit Hilfe von Theatertechniken werden Instrumente gelehrt, die Auszubildenden später im Berufsalltag umsetzen können. Schulleiter Johannes Nau betont: „Unsere Auszubildenden sollen nicht als Clowns auftreten. Aber Humor schult Empathie und hat etwas Entlastendes. Das ist gerade für Pflegekräfte, die einen enorm anstrengenden und anspruchsvollen Beruf haben, etwas sehr wertvolles.“ Auch für Aljona Bourtman, Gesundheits- und Krankenpflegerin im 3. Ausbildungsjahr, ist Lachen eine wichtige Ressource im Krankenhausalltag: „Es ist überaus wichtig, dass Humor im Umgang mit Patienten genutzt wird. Auch wir können davon profitieren. Ich bin begeistert, dass dieser Aspekt nun im Unterricht ausgebaut wird!“.