14. November 2017 von Sebastian Kimstädt in Newsroom
© Vivien Nagel

Letzte Woche im Lake District- über Weihnachtsdekoration bis Wandern

Reisetagebuch III - Pflegeschülerin Vivien Nagel berichtet aus England!

Zwei Schülerinnen des Bildungszentrums der Regio Kliniken sind zum ERASMUS-Austausch in England. Im Reisetagebuch schildern Sie ihre Erlebnisse.

Die letzte Woche im Lake District hat begonnen und ich sehe ihr mit gemischten Gefühlen entgegen. Denn ich habe hier in England wunderbare Kollegen kennen gelernt, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite und die mich als ausländische Austauschkraft gut in den Dienstplan integriert haben.
In den drei Wochen meines Aufenthalts hier habe ich einige Unterschiede zwischen dem englischen und dem deutschen Gesundheitssystem feststellen können.
Das ist zum Beispiel die Sache mit dem Betten – die werden jeden Tag neu und frisch bezogen. Auch dann, wenn die Patienten nur nachts darin liegen. Tagsüber sitzen die meisten Patienten in ihrem Sessel oder zu den Mahlzeiten an den Esstischen im hinteren Teil des Flures unserer Station.
Das Frühstück wird von den Schwestern morgens für jeden Patienten frisch vorbereitet. Die Pflegekräfte bereiten die Brote vor, stellen Müsli und Cornflakes bereit und schenken Tee ein.
Die Besuchszeiten sind streng reglementiert. Freunde, Bekannte und andere Familienmitglieder haben nur zwischen 15 und 16 Uhr sowie zwischen 18.30 und 19.30 Uhr die Möglichkeit, ihre Lieben zu besuchen. Zu anderen Zeiten, ist dies nicht möglich. Auch kann nicht jeder die Station unkontrolliert betreten. Man muss klingeln und warten bis eine der Schwestern kommt, um die Tür zu öffnen. Gleiches gilt auch für die Fahrer der Ambulanzen, die Patienten bringen oder abholen wollen.
Interessant finde ich, dass es hier im Krankenhaus von Cockermouth keine Waschschüsseln, Spuckbehälter oder Urinflaschen aus Plastik bzw. Metall gibt. Die Behälter sind aus einer stabileren Pappe wie wir sie von unseren Nierenschalen kennen. Diese werden dann nach Gebrauch in einem extra dafür vorgesehenen Automaten entsorgt. Das Gerät zerkleinert die Behälter und weicht die Pappe auf bis sie ganz einfach mit durch den Abfluss entsorgt werden kann.
Außerhalb des Krankenhauses ist mit das große gesellschaftliche Engagement aufgefallen. Viele Menschen setzen sich für Menschen mit Krebs oder Kinder in Not ein. Hier in Cockermouth gibt es beispielsweise ein Geschäft zu Gunsten in Not geratener Kinder. Außerdem kann man in fast jedem Geschäft rosafarbene Schleifen aus Solidarität für Frauen mit Brustkrebs kaufen.
Meine freie Zeit verbringe ich damit, die Umgebung zu erkunden. Die ist sehr reizvoll. In der Nähe von Cockermouth liegt Derwent Water, der viertgrößte See im Lake District. Auf dem See kreuzen Wassertaxis, die einen zu verschiedenen Anlegestellen bringen, von denen Wanderungen möglich sind. Wanderer kommen zudem auf dem Stickle Tarn Trail auf ihre Kosten, der zu einem Bergsee führt.
Die Städte sind bereits jetzt im November weihnachtlich geschmückt. Insbesondere in Keswick nahe Cockermouth erstrahlen viele Häuser und Geschäfte in weihnachtlichem Glanz.
So, die letzte Woche ist angebrochen. Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Gabriele Blesdoe von der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Bildungszentrum der Regio Kliniken in Elmshorn zu sagen, für diese wunderbare Möglichkeit an so einem tollen Austausch teilnehmen zu können. Es hat sich wirklich gelohnt und ich würde es jeder Zeit wieder machen! Dankeschön !!!