10. November 2017 von Anne Stach in Newsroom, Sprechstunde
© Prof. Rauschmann

„Ich habe Rücken“

Was tun bei unspezifischem und spezifischem Rückenschmerz?

In Teil eins der aktuellen Themenwoche spricht der Orthopäde Prof. Dr. Rauschmann über Rückenschmerzen und Behandlungsmethoden aus konservativer Sicht.

Bei über 80 Prozent aller Patienten mit anhaltenden Rückenschmerzen lässt sich keine eindeutig fassbare und behandelbare Ursache ausmachen. Denn diagnostizierte Auffälligkeiten an der Wirbelsäule oder den Bandscheiben sind nicht immer der Grund für die Schmerzen. Vielmehr können verschiedene körperliche Faktoren des Muskel- und Skelettbereichs Einfluss auf die Schmerzentstehung nehmen. Sie stehen in Wechselwirkung mit psychischen Prozessen und einer Sensibilisierung in verschiedenen Bereichen des Schmerzverarbeitungssystems.

Die multimodale Schmerztherapie (MMS) ist ein interdisziplinäres Therapiekonzept zur Behandlung chronischer Schmerzen des Bewegungs- und Stützapparates. Grundlage ist das in den letzten Jahren weiterentwickelte Verständnis über die Entstehung des chronischen Schmerzes und ihre Anerkennung als komplexe Krankheit. Im Gegensatz zu rein körperorientierten Behandlungsansätzen ist die MMS eine Therapieform, die medizinische, physiotherapeutische und psychologische Behandlungen sinnvoll miteinander kombiniert. Bei ihrer Umsetzung arbeiten verschiedene Fachdisziplinen wie Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, Ergotherapeuten und Pflegekräfte unter ärztlicher Behandlungsleitung nach einem standardisierten Behandlungsplan zusammen. Der Behandlungsverlauf wird durch Teambesprechungen überprüft und individuell angepasst. Am Sana Klinikum Offenbach haben wir viele dieser Disziplinen unter einem Dach eng mit einander verzahnt zusammen, ein großer Vorteil für den Patienten. In naher Zukunft werden wir, nach Schaffung der Strukturen, starten können.

Durch die patientenorientierte, interdisziplinäre Behandlung kombinieren wir invasive und konservative Maßnahmen. Unser Team bringt auf dem Gebiet der Schmerztherapie eine große Fachkompetenz ein. Ferner ist durch die ausgewiesene Erfahrung unserer gesamten Abteilung in allen operativen Therapiebereichen eine differenzierte Beratung und individuelle Empfehlung über die weiterführende Therapie, sei es konservativ oder operativ, möglich. So können auch spezielle Schmerzsonden, vor allem bei denjenigen Patienten Abhilfe schaffen, die chronische Schäden an Nerven beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall haben. Dieses Verfahren (SCS) setzen wir minimalinvasiv ein, sodass keine wesentlichen Strukturen der Wirbelsäule operativ freigelegt werden müssen.

Sollten Sie Symptome von sich kennen, die sich mit den Angaben dieses Textes decken, können Sie sich jederzeit zur weiteren Abklärung in unserer Sprechstunde vorstellen. Interessierte und Betroffene finden mehr Informationen zu der neuen Fachabteilung und den verschiedenen Sprechstunden online oder unter der Telefonnummer 069 8405-5821 beziehungsweise auch per E-Mail unter der Wirbelsaeulenorthopaedie-SOF@Sana.de.