9. November 2017 von Sebastian Kimstädt in Mitarbeiter, Newsroom
© Natascha Wojahn

Halloween auf der Krankenstation

Reisetagebuch II - Krankenpflegeschülerin Natascha Wojahn berichtet aus England

Zwei Schülerinnen des Bildungszentrums der Regio Kliniken sind zum ERASMUS-Austausch in England. Im Reisetagebuch schildern Sie ihre Erlebnisse.

Halbzeit im Lake District!
Die zweite Woche unseres Auslandaufenthaltes ist vorbei – und sie war ziemlich aufregend! Nicht nur, weil ich zu Beginn der Woche noch einmal das Krankenhaus gewechselt habe, sondern auch, weil gleich zwei englische Feiertage in diese Woche gefallen sind. Das war zum Einen Halloween, zum Anderen Bonfire Night oder auch Guy Fawkes Night genannt.

Mein Start in England gestaltete sich etwas schwieriger, als der von Vivien, die das große Glück hatte, eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses in Cockermouth zu finden.
Ich wohne ein wenig (oder auch deutlich) weiter weg, in Salterbeck, einem Teil der größeren Stadt Workington. Dementsprechend war ich auf den Bus angewiesen, denn Autofahren im so ungewohnten Linksverkehr kam für mich nicht in Frage! Allerdings nahm die Fahrt mit dem Bus relativ viel Zeit in Anspruch, weshalb meine Kollegen im Cockermouth Community Hospital versuchten eine annehmbare Alternative für mich zu finden und so setzten sie sich dafür ein, dass ich die verbliebenen drei Wochen meines Aufenthaltes im „Workington Cottage Hospital“ arbeiten kann. Und dort wurde ich mit offenen Armen auf der Station „Ellerbeck Ward“ empfangen! Generell kann ich sagen, dass alle Menschen, die ich hier bisher getroffen habe wirklich nett und hilfsbereit waren.

In meiner ersten Woche auf der neuen Station, konnte ich viele Ähnlichkeiten, aber vor allem auch viele Unterschiede zwischen der Pflege, wie ich sie aus Deutschland kenne und wie sie in England stattfindet, beobachten. Ich bemerkte viele Dinge, die meiner Meinung nach in Deutschland besser geregelt sind, oder an denen man sich bei uns ein Beispiel nehmen könnte.
Allmählich gelingt es mir auch, mich besser in die Arbeitsabläufe zu integrieren, selbständig mit den Patienten zu arbeiten und auch der starke Akzent der Menschen in der Grafschaft Cumbria, macht mir nicht mehr so stark zu schaffen, wie zu Beginn meines Aufenthaltes.

Zum Glück besteht mein Aufenthalt in England aber nicht nur aus Arbeit. Diese Woche standen gleich zwei Feiertage vor der Tür:

1. Halloween: Zwar feiern auch wir in Deutschland Halloween, aber nicht im großen Stil, wie es in England der Fall ist. Schon Tage vorher waren alle ganz aufgeregt und die Station wurde passend zum Anlass mit Skelettgirlande und Papierspinnen dekoriert. Am 31. Oktober selbst, kamen natürlich alle verkleidet zur Arbeit und es wurde ein großes Buffet u.a. mit Pumpkin Pies (Kürbiskuchen), Sausage Rolls (Würstchen in Blätterteig), Sandwiches, Scones und natürlich jeder Menge Tee für die Patienten vorbereitet.

2. Bonfire Night:
Auch Guy Fawkes Night gennant, findet jedes Jahr am 5. November statt. Es wird gefeiert, dass König James I einen Anschlag auf sein Leben, den Gunpowder Plot 1605, überlebt hat, bei dem es zu einer großen Explosion in der Nähe des House of Lords (Vergleichbar mit dem deutschen Bundesrat) kam. Einer der Attentäter, Guy Fawkes, wurde verhaftet und ist der Namensgeber dieses Feiertages, an dem überall in England große Feuerwerke veranstaltet werden und fast in jedem Garten ein Lagerfeuer entzündet wird.

Aber auch sonst gibt es viel sehen im Lake District. Egal wie viel Pech ich mit meinen Wohnort im Bezug auf meinen Arbeitsweg hatte, die Landschaft macht einiges wieder wett! Salterbeck liegt direkt an der Westküste Englands an der Irischen See. Von meinem Haus aus sind es nur wenige Minuten Fußweg zu den Klippen, an denen entlang man bis zu einem kleinen Hafen im nächsten Ort Harrington laufen kann.

Außerdem war ich an einem meiner freien Tage in Maryport und dort im Lake District Coast Aquarium. Ich hätte mir ein wenig mehr davon versprochen, da es wirklich ziemlich klein und relativ alt ist, dafür war ich überrascht, wie schön Maryport selbst ist.