13. Oktober 2017 von Anne Stach in Newsroom
© foto-georg, offenbachHerzkatheterlabor
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Herzstillstand überlebt?

Das geschieht im Krankenhaus

„In allen Stufen der Notfallkette gilt es, sehr rasch die auslösende Ursache zu erkennen“, sagt der Chefkardiologe am Sana Klinikum Offenbach.

Das Herz bleibt nie ohne Grund stehen. Die Natur hat zahlreiche Sicherungen eingebaut, dass selbst unter Extrembedingungen wie starkem psychischem Stress, extremem Klima oder besonderen körperlichen Belastungen kein Stillstand eintritt. Schwerwiegende Erkrankungen wie Verstopfungen der Herzadern, unbehandelter Bluthochdruck, schwere Herzklappenfehler, aber auch schwere Allgemeinerkrankungen wie eine schwere Grippe oder erheblicher Blutmangel können jedoch zu ernsthaften Störungen der Herzfunktion führen, so dass es schließlich nicht mehr pumpt.
„Der Herzstillstand wird nur überlebt, wenn sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden. Beherztes Handeln und Einsatz moderner Technik ermöglicht in vielen Fällen, dass der Kranke gerettet und zur Weiterbehandlung in eine entsprechend ausgerüstete Klinik verbracht werden kann“, betont Prof. Dr. med. Harald Klepzig, Chefkardiologe und Intensivmediziner am Sana Klinikum Offenbach.

In allen Stufen der Notfallkette gilt es, sehr rasch die auslösende Ursache zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Bei der ganz großen Mehrzahl der Patienten mit plötzlichem Herzstillstand liegt eine schwere Herzerkrankung zugrunde, die eine konsequente Abklärung mit Ruhe-EKG, Herzultraschall und gegebenenfalls eine Herzkatheteruntersuchung erfordert. Da die Zeit drängt, hält das Sana Klinikum Offenbach einen 24-Stunden-Spezialdienst für Herzkranke sowie zwei Herzkatheteranlagen mit 2-Ebenen-Technik vor. „Gerade das zeitgleiche Filmen des Herzens in mehreren Ebenen spart für den lebensbedrohlich Erkrankten einen unnötigen Einsatz von Kontrastmittel zur Klärung der Grunderkrankung ein. Außerdem gelingt ein vollständiger Blick auf mögliche Ursachen in sehr kurzer Zeit“, hebt Klepzig hervor. Zu den Behandlungsmaßnahmen kommen je nach Situation das Eröffnen verstopfter Adern und die gezielte Gabe von Medikamenten in Betracht. Darüber hinaus verfügt das Sana Klinikum über eine herzunterstützende Spezialpumpe, die ein akut versagendes Herz über mehrere Tage hinweg fast völlig ersetzen kann.

Nachdem die akute Erkrankung überstanden ist, stellt sich die Frage vorsorglicher weiterer Maßnahmen. Hier steht häufig das Implantieren eines Herzschrittmachers oder Defibrillators auf der Tagesordnung, um künftige lebensgefährliche Ereignisse zu verhüten.

Mitte September hat sich am Sana Klinikum Offenbach ein neues Zentrum für Herzstillstandpatienten gegründet – das Cardiac Arrest Center Region Offenbach (CARO). In dem Zentrum haben sich alle Glieder der kardiovaskulären Notfallkette – von der Ausbildung, über die präklinische Erstversorgung, von der Notfall- und Intensivmedizin bis hin zu den kardiologischen Experten, den Fachmedizinern aus Neurologie, Neurochirurgie und Unfallorthopädie sowie Vertreter der Nachsorge – unter einem Dach zusammengeschlossen, um Herzstillstandpatienten die optimale Versorgung zu bieten.