11. Oktober 2017 von Anne Stach in Newsroom
© Sana Klinikum Offenbach

Die Notfallkette bei einem Herzstillstand

Alle Glieder der Kette müssen passen

Von der Ausbildung über die angewandte Erste Hilfe, der Notfallmedizin sowie fachmedizinischer weiteren Betreuung bis hin zu den passenden Reha-Maßnahmen.

Für alle Herausforderungen der einzelnen Glieder der Notfallkette bietet das neue Zentrum für Herzstillstandpatienten am Sana Klinikum Offenbach optimale Lösungen und Ansätze unter einem Dach. Schon im Rahmen der Ausbildung bietet das Klinikum sowohl Mitarbeiterschulungen und interne Notfall-Simulationstrainings in einem eigenen Simulationsbereich nach aktuellen Standards der American Heart Association (AHA) an, als auch regelmäßige Ärztefortbildungen. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fach- und Hausärzten ist mitentscheidend für die hervorragende Arbeit unseres Zentrums“, betont Prof. Dr. med. Harald Klepzig, Chefkardiologe und Intensivmediziner am Sana Klinikum Offenbach. Gemeinsam mit dem Kollegen der Gefäßmedizin trifft er sich seit Jahren regelmäßig mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen aus Offenbach und der Region. „Die Niedergelassenen sind es, die den Betroffenen dafür sensibilisieren, dass sie zu Risikogruppen gehören und dass es bei einem Verdacht auf einen Herzstillstand oder auch eines Herzinfarkts nur eines geben kann: Sofort ins Krankenhaus!“

Am Sana Klinikum Offenbach treffen Reanimationspatienten 24-Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr sowohl auf eine optimale medizintechnische Ausstattung als auch auf ein maximal erfahrenes und bestens geschultes Reanimationsteam. Zur weiteren Versorgung und Stabilisierung in der Zentralen Notaufnahme stehen ein umfangreich ausgestatteter Schockraum mit Ultraschall-, CT- und besonderen Beatmungsgeräten zur Verfügung. Neben der großen internistischen Intensivstation sichern ein im 24-Stunden-Herzkatheterrufdienst abrufbares Team aus Kardiologen und hochspezialisierten Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeitern die optimale Behandlung. Sie versorgen auf einer zertifizierten Spezialstation für Herzkranke, der sogenannten Chest Pain Unit oder auch Herzschmerzabteilung, mit zwei hochmodernen Herzkatheterplätzen und einer Kreislaufpumpe die Patienten. In das interdisziplinäre Team des neuen Zentrums für Herzstillstandpatienten sind aber auch die Experten der Neurologie, der Neurochirurgie und der Unfallchirurgie am Sana Klinikum Offenbach eingebunden, die ihrerseits über beste Vernetzungen durch das am Klinikum angesiedelte Überregionale Trauma-Zentrum mit hochmodernen MRT-Geräten und einer zertifizierten Spezialstation für Schlaganfallpatienten, der sogenannten Stroke Unit, verfügen.

Insgesamt sind in das Zentrum für Herzstillstandpatienten in Offenbach aktuell über 100 Mitarbeiter eingebunden. Die besondere Expertise dieser Ärztinnen und Ärzte ebenso wie das Know-how der Pflegenden werden durch zertifizierte Schulungskurse an möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses sowie auch an externe Notfallsanitäter und Rettungsassistenten vertieft und weitergegeben. Dr. med. Ingo Brune, Ärztlicher Leiter „Rettungsdienst Stadt Offenbach“ bestätigt die gute Zusammenarbeit: „Das Zusammenwirken läuft reibungslos. Dazu tragen sicher auch die gemeinsamen Schulungen bei. Wenn jede Minute zählt, muss eben alles passen, damit Patienten auch im Klinikum bestmöglich weiter versorgt werden.“

„Konnte ein Patient nach einem Herzstillstand soweit wieder stabilisiert werden, arbeiten wir eng mit unserem Zentrum für Beratung und Entlassung (ZBE) zusammen“, setzt Prof. Dr. med. Klepzig fort. Hier arbeiten Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Pflegekräfte und Psychoonkologen und viele mehr in einem multiprofessionellen Team. Sie beraten die Patientin beziehungsweise den Patient sowie ihre Angehörigen bei der Bewältigung persönlicher, psychischer und sozialer Probleme, die im Zusammenhang mit der Erkrankung aufgetreten sind. „Dazu zählt auch die Wahl einer möglichen Reha-Maßnahme oder einer nachstationären Weiterversorgung. Aber auch die Zusammenarbeit mit Vereinen wie der Deutschen Herzstiftung ist uns in diesem Zusammenhang sehr wichtig!“