10. Oktober 2017 von Anne Stach in Newsroom
© Sana Klinikum Offenbach

Leben retten kannst auch Du!

Jede Sekunde zählt: Die wichtigsten Punkte der Ersten Hilfe bei Herzstillstand

Bei Verdacht auf einen plötzlichen Herzstillstand kann eine Herzdruckmassage ein Leben retten: dazu einfach regelmäßig auf den Brustkorb drücken!

Bricht ein Mensch plötzlich zusammen – sei es beim Sport oder einer anderen körperlichen Anstrengung oder auch ganz unvermittelt- ist Obacht geboten: Verliert der Betroffene sehr schnell das Bewusstsein und reagiert nicht mehr auf eine direkte Ansprache, kann ein plötzlicher Herzstillstand nicht ausgeschlossen werden. Jetzt sollten umgehend passende Erste-Hilfe-Maßnahmen angewendet werden. Dr. Daniel Kiefl, Chefarzt der Klinik für interdisziplinäre Notfallmedizin am Sana Klinikum Offenbach will mögliche Ersthelfer ermutigen und weist darauf hin, dass jeder ein Leben retten kann: „Es ist im Grunde einfach und beruht auf drei Schritten: Prüfen – rufen – drücken!“ Kiefl weist auch darauf hin, dass auf eine Mund-zu-Mund-Bearbeitung gegebenenfalls verzichtet werden kann. „Das Entscheidende ist das Drücken des Brustkorbs!“ Die wichtigste Botschaft für Dr. Kiefl ist: „Man kann bei einem erwachsenen Herzstillstand-Patienten nichts falsch machen, denn jede Hilfe ist besser, als keine Hilfe.“

Das sind die drei wichtigsten Schritte bei einem Herzstillstand eines Erwachsenen:

1. Drücken oder schütteln Sie die zusammengebrochene Person an den Schultern und sprechen Sie die Person direkt an. Prüfen Sie die Reaktion: Zeigt die Person keine Reaktion, dann prüfen Sie umgehend die Atmung. Atmet der Betroffene normal, dann bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage und holen Hilfe!

2. Ist die Atmung aber ausgefallen oder deutlich reduziert, dann rufen Sie sofort Hilfe unter der Telefonnummer 112 – und äußern Sie den Verdacht eines Herzstillstandes. Nur so können die entsprechenden Maßnahmen auch seitens der Rettungskräftee eingeleitet werden.

3. Beginnen Sie dann umgehend mit der Herzdruckmassage:

Drücken Sie dazu kräftig senkrecht auf die Mitte der Brust der betroffenen Person – jeweils sechs bis sieben Zentimeter tief und mit einer Frequenz von 100 Mal pro Minute. Haben Sie keine Angst vor einem Rippenbruch! Prüfen Sie immer wieder, ob der Betroffene zu Bewusstsein kommt und setzen die Herzdruckmassage fort.
Unterbrechen Sie die Druckmassage gegebenenfalls für eine Mund-Zu-Mund-Beatmung!
Sollten Sie davor zurückschrecken, führen Sie aber bitte die Herzdruckmassage durch und versuchen, das Herz wieder zum Pumpen zu bringen!

Auch Kleinkinder oder Jugendliche können einen Herzstillstand erleiden und auch hier ist eine Herzdruckmassage wichtig und richtig. „Nur sollte entsprechend nicht ganz so fest auf den Brustkorb gedrückt werden!

„Eigentlich sollte jeder Bürger sich mit den Erstmaßnahmen im Notfall auskennen. In Städten, in denen die ganze Bevölkerung trainiert wird, sind die Überlebensraten beim Herzstillstand viel besser als andernorts“, erklärt Kiefl, Chefkardiologe und Intensivmediziner am Sana Klinikum Offenbach. „Besondere Kenntnisse raten wir vor allem Angehörigen von Herzkranken an. Sie sollten sich regelmäßig mit den Grundzügen der manuellen Erste-Hilfe beschäftigen.“ Zu den Risikogruppen zählen Menschen, die schon einmal einen Herzinfarkt hatten oder auch schon einmal einen plötzlichen Herzstillstand überlebt hatten.
„Aber auch Personen mit einer genetisch bedingten oder auch erworbenen Herzerkrankung oder anderen Anzeichen einer Herzschwäche sind gefährdet“, erklärt Prof.Dr. med. Klepzig. Ein plötzlicher Herzstillstand könne nicht nur ältere Menschen treffen. So wird auch jüngeren Menschen geraten, sich vor stärkeren körperlichen Belastungen beim Hausarzt vorzustellen, um bislang unbekannte Herzkrankheiten auszuschließen. Dazu genügt neben einer Befragung häufig schon ein Ruhe-EKG.

Weitere Informationen auch unter www.einlebenretten.de