1. August 2017 von Alexander Schlaak in Newsroom
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Neue Kompressionsbandagen gegen offene Beine

Besser und nachhaltige Versorgung von Wunden

Dr. Reinhard Scharrer-Pamler, Chefarzt der Abteilung für Gefäß- und Thoraxchirurgie, behandelt mit neuer Kompressionsmethode.

„Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Bis zur Hochzeit ist alles verheilt“ sind beliebte Weisheiten, mit denen man Kinder tröstet, wenn sie sich weh getan haben. Und tatsächlich ist meist nach wenigen Tagen die Verletzung vergessen. Doch manchmal lässt die Heilung hartnäckiger Wunden auf sich warten. Vor allem ältere Menschen kämpfen regelrecht mit offenen Stellen, meist an den Beinen. Mit welcher neuartigen Kompressionsmethode diese in den Sana Kliniken des Landkreises Cham behandelt werden können, erklärt Dr. Reinhard Scharrer-Pamler, Chefarzt der Abteilung für Gefäß- und Thoraxchirurgie.

„Den allermeisten Wundheilungsstörungen liegt eine Erkrankung zu Grunde, am häufigsten sind das Venenschwäche, Arterienverkalkung oder Diabetes“, betont Dr. Reinhard Scharrer-Pamler, der weiß, dass eine große Zahl der älteren Bürger daran leidet. Viele meinen, dass „man da eh nix machen kann“ oder es „von allein wieder vergeht“. Das ist ein Fehler. Denn wer in diesem Fall nicht rechtzeitig reagiert, verliert! „Im schlimmsten Fall das Bein“, erklärt der Facharzt.

Offene Wunden und Geschwüre treten meist im Bereich des Unterschenkels auf. Der Gang zum Arzt ist dann unausweichlich. Nach Ansicht des Chefarztes der Abteilung für Gefäß- und Thoraxchirurgie an den Sana Kliniken des Landkreises Cham kann jede offene Wunde wieder geschlossen werden. Mit den neuen Kompressionsbandagen, verbunden mit effektiver Wundreinigung geht das jetzt noch schneller, einfacher und vor allem nachhaltig.

„Erst seit Kurzem ist in Deutschland und auch in den Sana Kliniken des Landkreises Cham ein innovatives Kompressionsbandagen-System erhältlich, das im Ausland bereits mit großem Erfolg zur Behandlung von offenen Beinen (Ulcus cruris) eingesetzt wird“, sagt Dr. Scharrer-Pamler. „Ein Vorteil dieser Methode ist, dass der Patient Therapeut in eigener Sache wird. Der Betroffene lernt, die Kompressionsbandagen auf die betroffene Stelle selbst anzulegen, was einfacher ist, als Kompressionsstrümpfe anzuziehen. Hinzu kommen der enorm verbesserte Tragekomfort, das schnellere An- und Ausziehen sowie die individuelle Druckanpassung.“

Nach der Wundheilung kommt die Prävention. Damit kein neues Geschwür entsteht, muss die Ursprungskrankheit, also die Venenschwäche, behandelt werden. Auch hier versprechen die Kompressionsbandagen beste Ergebnisse – verbunden mit Gehtraining, Krankengymnastik und Lymphdrainage.