18. Juli 2017 von Robert Reuther in Newsroom
© Hezzentrum Dresden

Gesund durch die Sommerhitze

Gesundheitstipps von Kardiologin Dr. Stefanie Katzke vom Herzzentrum Dresden.

Steigen die Temperaturen über 30 Grad, haben viele Menschen Probleme mit Herz und Kreislauf. Das muss nicht sein, wenn man einige einfach Regeln befolgt.

So schön, wie der Sommer ist, für manche Menschen bringen die hohen Temperaturen auch einige Probleme mit sich. Die Sommerhitze stellt gerade für das Herz-Kreislaufsystem eine große Herausforderung dar und kann für Patienten mit Herzproblemen schnell zur Belastung werden – besonders wenn noch eine hohe Luftfeuchtigkeit mit typischen Wärme-Gewittern hinzukommt.

„Normalerweise beginnen wir zur Abkühlung zu Schwitzen. Der Schweiß verdunstet auf unserer Haut und führt so zu einer kontrollierten Absenkung der Körpertemperatur“, sagt Dr. Stefanie Katzke, Oberärztin der Klinik für Kardiologie und Intensivmedizin am Herzzentrum Dresden. Dadurch verliert der Körper Wasser und Mineralstoffe.  Zudem weitet der Körper die Blutgefäße der Haut, wodurch der Blutdruck sinken kann. Durch die Hitze tritt vermehrt Müdigkeit und Erschöpfung auf, die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Auch Muskelkrämpfe oder Herzrhythmusstörungen können auftreten. „Schafft es der Körper nicht, ausreichend Wärme abzugeben, kann es zu erheblichen körperlichen Schädigungen, im schlimmsten Fall zum Hitzschlag kommen“, so Dr. Katzke.

Bei Kreislaufbeschwerden sofort in den Schatten gehen

Daher empfiehlt die Oberärztin, sich bei den ersten Anzeichen von Kreislaufbeschwerden, sofort in den Schatten zu begeben. Dann gilt die Devise: kühlen, kühlen, kühlen – am besten mit feuchten Tüchern auf Kopf, Armen und Beinen. Plötzliches Abkühlen mit Eiswasser oder unter einer kalten Dusche ist dagegen nicht ratsam, da dies den Kreislauf nur noch mehr belastet. „Bei einem Hitzekollaps oder -schlag sollten die Betroffen noch ihre Beine hochlegen und immer weiter kühlen“, rät Dr. Stefanie Katzke. Mindestens genauso wichtig: Viel trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Tritt keine rasche Besserung ein, dann sollte ein Notarzt gerufen werden.

Doch es muss nicht so weit kommen, wie die Medizinerin sagt. „Wer einige Tipps befolgt, der kommt gut durch den Sommer, auch bei großer Hitze.“ Oberstes Gebot ist es, mehr zu trinken als sonst. Etwa zwei Liter am Tag sollten es bei normal gesunden Menschen normalerweise sein. Bei Hitze oder körperlicher Belastung dürfen es deutlich mehr sein, da wir durch das Schwitzen schnell mehrere Liter Flüssigkeit verlieren. Dies gilt ganz besonders für kleine Kinder. Eltern müssen darauf achten, dass die Kleinen regelmäßig trinken. Menschen mit Herzerkrankungen dürfen eigentlich nicht so viel trinken, doch auch sie sollten ihre Trinkmenge bei großer Wärme leicht steigern. „Hier kann es hilfreich sein, sich täglich zu wiegen, bleibt das Gewicht konstant stimmt die Trinkmenge in der Regel. Möglicherweise kann es auch ratsam sein, bestimmte Herzmedikamente in Hitzeperioden zu reduzieren. Dies sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden“, erklärt die Kardiologin.

Wasser, Saftschorle und mehrere leichte Mahlzeiten

Wichtig ist die Wahl der Getränke. Beim Schwitzen verliert der Körper viele wichtige Salze, Magnesium und andere Elektrolyte. Diese können am besten durch Wasser oder Saftschorlen ausgeglichen werden, Elektrolyte beispielsweise auch durch Gemüsebrühe. Patienten mit Bluthochdruck sollten aber nicht zu viel Kochsalz zu sich nehmen. „Alkoholische oder stark gezuckerte Getränke sind als Durstlöscher hingegen ebenso zu meiden wie zu viel Kaffee oder schwarzen Tee. Die löschen zwar kurzzeitig den Durst, entziehen aber dem Körperkreislauf letztlich Wasser, was wiederum eine Belastung darstellt“, sagt Dr. Stefanie Katzke.

Bei hohen Temperaturen hilft es auch, sein Essverhalten zu ändern. Bei großer Hitze ist es besser, mehrere kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen zu sich zu nehmen. Das belastet den Körper weniger. Besonders gut verträglich ist leichte Kost mit viel frischen Obst und Gemüse. Gerade die Küche aus dem Mittelmeerraum ist empfehlenswert. Auch stark wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini, Tomaten oder Melonen helfen dem Körper, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren.

Bewegung regt den Kreislauf an

Der Sommer macht zudem keine Ausnahme, dass Bewegung grundsätzlich gut ist. Das gilt auch für ältere Menschen und für solche, die Herz- und Kreislaufprobleme haben. Denn Bewegung hält das Herz-Kreislauf-System fit. „An besonders heißen Tagen ist es allerdings besser, die sportlichen Aktivitäten auf die kühleren frühen Morgenstunden oder auf den späten Abend zu verschieben. Gut sind Spaziergänge im Wald oder eine kleine Fahrradtour, da der Fahrtwind erfrischt“, sagt Dr. Katzke. Dabei sollte man es allerdings gemächlich angehen lassen und keine körperlichen Höchstleistungen vollbringen. Körperliche Arbeiten und Anstrengungen in der Mittagshitze sollten komplett vermieden werden.

Tipps für heiße Sommertage:

  • Trinken Sie viel Wasser, Früchtetees oder Fruchtsaftschorle.
  • Die Flüssigkeitszufuhr  können Sie zusätzlich mit Suppen, Brühen, Gurken und Melonen erhöhen.
  • Trinken Sie wenig Alkohol.
  • Kaffee, schwarzen Tee und sehr süße Getränke sind als Durstlöscher ungeeignet, verzichten Sie am besten darauf.
  • Sehr kalte Getränke regen den Körper an, noch mehr Wärme zu produzieren, wodurch Sie noch mehr schwitzen und noch mehr Flüssigkeit verlieren.
  • Genießen Sie leichtes Essen; Ihr Kreislauf wird durch fette und schwer verdauliche Speisen zusätzlich belastet.
  • Sport und anstrengende körperliche Arbeit auf die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen.
  • Schützen Sie sich vor direkter Sonnenbestrahlung. Tragen Sie bestenfalls eine Kopfbedeckung, schützen Sie Ihre Haut mit Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor, und vergessen Sie nicht, nachzucremen.