6. Juli 2017 von Philipp Jauch in Newsroom
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Vor der Sommer-Sonne richtig schützen

Der Dermatologe Dr. Kim Christian Heronimus gibt Tipps

Es ist heiß und die Sonne scheint bis zu 15 Stunden am Tag. Was die Menschen freut, kann für die Haut gefährlich sein. Deshalb braucht es den richtigen Schutz.

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Bei einem Erwachsenen hat sie eine Fläche von zwei Quadratmetern, ist an den meisten Körperstellen zwei Millimeter dick und wiegt insgesamt stolze vier Kilogramm.

Die Haut ist vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Dazu gehört gerade im Sommer die intensive Sonneneinstrahlung. Dr. Kim Christian Heronimus ist Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Lausitzer Seenland Klinikum. Der Experte weiß, worauf es beim Sonnenschutz ankommt und worauf man achten sollte, um Hautkrankheiten zu vermeiden.

Viele Menschen wählen bewusst einen geringen Sonnenschutzfaktor, um im Sommer einen schönen Teint zu bekommen.

Dr. Kim Christian Heronimus:  Das ist absolut nicht ratsam. Denn es gibt keine Gesunde Bräune. Bei dem, was wir als Sommerbräune wahrnehmen, handelt es sich streng genommen bereits um eine Hautschädigung. Die UV-B-Strahlen bilden Lichtschwielen auf der Haut, also eine Verdickung der oberen Hautschichten zum Eigenschutz. Hinzu kommen die UV-A-Strahlen, die die Faltenbildung anregen und damit für die äußerliche Hautalterung verantwortlich sind. Beide können zu Melanomen und anderen Hautkrebserkrankungen führen.

Was kann man tun, um die Haut vor derartigen Schäden zu schützen?

Dr. Heronimus: Zunächst sollte man niemals ohne Sonnenschutz aus dem Haus gehen. Denn selbst wenn die Sonne von den Wolken verdeckt wird, sind Sonne und damit auch die UV-Strahlen noch da. Diese sind in den Mittagsstunden besonders intensiv. Deshalb ist es empfehlenswert,  erst am Spätnachmittag in die Sonne zu gehen. Die UV-Strahlung ist dann geringer.

Was wenn man sich der Mittagssonne nicht entziehen kann?

Dr. Heronimus: Dann ist der richtige Sonnenschutz ganz besonders wichtig. Am wirksamsten gegen die Sonnenstrahlen  ist lange, legere Kleidung. Die Lichtundurchlässigkeit hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise von der Farbe oder der Dicke des Stoffs. Normale Sportshirts sind nie völlig  lichtundurchlässig, es gibt jedoch spezielle UV-Kleidung, die das Durchdringen von UV-Strahlen verhindert. Eine geeignete Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille sollten ebenfalls nicht fehlen. Und immer gilt: Selbst wer Kleidung trägt, sollte nicht auf Sonnencreme verzichten.

Und welchen Lichtschutzfaktor empfehlen Sie bei der Sonnencreme?

Dr. Heronimus: Der Lichtschutzfaktor kann nie zu hoch sein. In Mitteleuropa empfiehlt sich ein Lichtschutzfaktor ab 30. Je nach Hauttyp kann es aber durchaus ratsam sein, einen höheren Schutz zu wählen, insbesondere empfehlenswert für das Gesicht. Auch Kinder sollten vor der Sonne mit für sie geeigneten physikalisch wirksamen Sonnencremes und Textilien besonders geschützt werden. Außerdem sollte man regelmäßig nachcremen, da der Sonnenschutz durch die Schweißproduktion oder den mechanischen Abrieb, etwa beim Abtrocknen nach dem Baden, verloren geht.

Falls man es doch einmal ein wenig übertrieben hat: Was hilft gegen Sonnenbrand?

Dr. Heronimus: Das Wichtigste ist Kühlen. Hier helfen Kühl-Packs oder nasse Handtücher. Wenn das die Beschwerden nicht lindert oder der Sonnenbrand großflächig mit Blasenbildung auftritt, sollte man einen Hautarzt aufsuchen.