6. Juli 2017 von Marion Band in Newsroom
© Sana Klinikum Offenbach

Fachkundig grillen und Gefahren vermeiden

Schon beim Anzünden des Grills ist Geschick erforderlich, um Explosionen und schwere Brandverletzungen zu vermeiden.

In drei Folgen informieren wir über Schutz vor Brandverletzungen, eine sichere Grill-Umgebung und Erste Hilfe für den Fall, dass doch etwas schiefgeht.

Sommerzeit ist Grillzeit – kleine und große Grill-Events sind allerorten angesagt. Und alle freuen sich auf frisch Gegrilltes: Bratwurst, Steak, Fisch oder Gemüse schmecken knusprig geröstet schließlich besonders gut.

„Was über der allgemeinen Grill-Begeisterung allzu oft vergessen wird, sind die zahlreichen Risiken und Gefahren, die das Brutzeln über glühenden Kohlen unvermeidbar mit sich bringt. Immerhin führt dieses beliebte Freizeitvergnügen in Deutschland jährlich zu etwa 4000 Grillunfälle“, betont Prof. Dr. med. Henrik Menke, Chefarzt des Zentrum für Schwerbrandverletzte im Sana Klinikum Offenbach und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin.

„Die meisten Unfälle passieren aus Unkenntnis, Leichtsinn oder wegen ungeeigneter Gerätschaften. Dabei erleiden jährlich etwa 4000 Menschen, darunter in großer Zahl Kinder, schwere Verbrennungen mit bleibenden Schäden. Häufigste Ursache sind Explosionen oder Verpuffungen beim Versuch, Grillkohle mit einer brennbaren Flüssigkeit – Spiritus, Alkohol oder gar Benzin anzuheizen. Bei ihrer Verdunstung entsteht ein hochexplosives, brennbares Dampf-Luft-Gemisch in Form einer Glocke mit bis zu drei Metern Durchmesser und mit Temperaturen von 1000 bis 1800 Grad Celsius“, beschreibt Menke die gefährliche Flammenwand.

Grillkohle sollte deshalb immer mit sicherheitstechnisch geprüften, speziellen Grillanzündern eingesetzt werden. Das Durchglühen der Kohle dauert dann manchmal zwar etwas länger, ist aber ungefährlich und kann durch Luftzufuhr mit Hilfe eines Fächers oder Blasebalgs beschleunigt werden.

Auch jetzt bleibt die Sache gefährlich: Wer Brandbeschleuniger nachgießt, riskiert einen Flammenrückschlag, der ihm den Brennstoffbehälter aus der Hand reißt – mit der Folge verheerender Stichflammen. Besonders Kinder können schwerste Verbrennungen davontragen, wenn sie, fasziniert vom Feuer, nahe am Grill stehen.

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