14. Juni 2017 von Anne Stach in Newsroom
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Kinder behutsam und altersgerecht über Krebs aufklären

Angebote für Kinder, Jugendliche und erkrankte Eltern

Ein offener Umgang mit der Erkrankung und das direkte Gespräch mit den Eltern, können Ängste und Unsicherheiten nehmen.

Wenn Erwachsene mit Kindern die Diagnose Krebs erhalten, kann eine sensible Familienberatung allen Familienmitgliedern helfen. Dr. Lida Schneider, erste stellvertretende Vorsitzende und Gründungsmitglied von “Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e.V.“, ist Psychoonkologin am Sana Klinikum Offenbach und weiß aus Erfahrung, wie wichtig es ist, von Anfang an ehrlich gegenüber Kindern zu sein. Die Kinder sollten langsam, altersgerecht und behutsam erklärt bekommen, was die Diagnose Krebs bedeutet, was auf die Mutter oder den Vater zukommt und auch, wie die Therapie aussehen kann.“ Insbesondere Kinder haben sehr feine Sensoren. Sie merken sofort, wenn etwas mit der eigenen Mutter oder dem Vater nicht stimmt. Dr. Schneider berichtet aber aus ihrer über 20-jährigen Beratungserfahrung, dass Kinder sich manchmal auch nicht trauen würden, dem kranken Elternteil Fragen zu stellen, weil sie die Mutter oder den Vater nicht zusätzlich belasten möchten.

Verlässlichkeit und auch geregelter Alltag seien wichtig für Kinder. Und sie warnt kranke Eltern davor, Versprechungen zu machen, die vielleicht nicht zu halten sind. „Aus Angst oder Unsicherheit vor dem, was kommen könnte, sollten sich die Betroffenen nicht verleiten lassen, Versprechungen zu machen, deren Erfüllung ungewiss sind“, so Schneider. Sie empfiehlt viel mehr, über Veränderungen im Alltag zu sprechen und eigene Unsicherheiten, Ängste und Sorgen und die der Kinder zuzulassen. Wer bei den Gesprächen Hilfe brauche, kann sich an den Verein „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“ wenden. Denn die persönlichen Beratungen und die psychotherapeutische Betreuung der Kinder sowie auch der Eltern stehen hier im Mittelpunkt. „Unser Verein bietet diese Hilfe kostenfrei an“, so Schneider, um mögliche Hemmschwellen oder finanzielle Hürden so niedrig wie möglich zu halten. Seit 20 Jahren finanziert sich der Verein „Hilfe für Kinder mit krebskranken Eltern“ über Mitgliedsbeiträge und Spenden und ist auch in Zukunft auf die Förderung und Unterstützung von außen angewiesen.

Weitere Informationen unter http://www.hkke.org.

Quelle: Anne Stach
Sana Klinikum Offenbach