13. Juni 2017 von Anne Stach in Newsroom
© Ulrich Lankisch

20 Jahre Hilfe für Kinder krebskranker Eltern

Verein unterstützt Kinder auch psychologisch

Eine Krebsdiagnose ist nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern für die ganze Familie belastend. Insbesondere für Kinder.

Wer an Krebserkrankungen denkt, denkt zunächst vor allem an die Betroffenen selbst und an die Erfolgsaussichten möglicher Therapieansätze. Aber was ist, wenn Krebspatienten Kinder haben? Wie gehen Kinder und Jugendliche mit der Krankheit ihrer Eltern um? Und wie kann die Mutter oder der Vater trotz der Erkrankung noch die Elternrolle ausfüllen? „Diese Frage haben sich vor 20 Jahren zunächst nur wenige gestellt“, erinnert der Chefarzt der Frauenklinik am Sana Klinikum Offenbach, Prof. Dr. med. Christian Jackisch. Er ist Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e.V.“, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert.

Im Jahr 1997 gründeten einige Mitarbeiter und Patienten der Strahlenklinik Offenbach unter dem Vorsitz des damaligen Chefarztes Prof. Dr. Dr. med. Nikolaos Zamboglou den Verein und rückten die pschychologische Betreuung der Kinder krebskranker Eltern in den Mittelpunkt. Der Verein ist bis heute am Klinikum angesiedelt. Jackisch betont: „Die Krebsdiagnose ist damals wie heute auch für Kinder erkrankter Eltern eine Ausnahmesituation. Und auch wenn mittlerweile einige Krebserkrankungen gute Therapieaussichten haben, ist der Weg zurück ins Leben anstrengend und für die ganze Familie belastend – und leider nicht immer mit einem Sieg über die Erkrankung verbunden.“ Für die Patienten selbst kann die Kommunikation mit den eigenen Kindern so schwierig sein, dass es zu einer großen zusätzlichen psychischen Belastung wird. „Auch deshalb kann hier externe Hilfe sehr sinnvoll sein, um für alle Beteiligten den Umgang mit dem Thema zu erleichtern und damit auch konkret die Therapie zu unterstützen“, so Prof. Jackisch.

Jackisch will auch in Zukunft mit dem Verein das Augenmerk auf die persönliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen legen: „Die individuellen Beratungen und die Wochenenden mit anderen betroffenen Familien sind trotz zahlreicher, teilweise auch guter, Internetforen in einer digitalen Welt unersetzlich.“ Trotzdem wolle der Verein auch weiterhin moderne, kindgerechte Angebote machen, zum Beispiel mit der vor einem Jahr eingeführten Online-App „Zauberbaum“. Mit diesem spielerischen Erklärtool, welches mittlerweile auch in die türkische und französische Sprache übersetzt worden ist und kostenlos im Internet heruntergeladen werden kann, können sich Kinder seit 2016 mit dem Thema Brustkrebs auseinandersetzen. „Der große Erfolg mit über 2.600 Downloads zeigt, wie wichtig verschiedene, zeitgemäße Informations- und Dialogangebote für die Zielgruppen sind, und bestärkt uns in unserer Arbeit.“

Weitere Informationen unter http://www.hkke.org.

Adresse

Sana Klinikum Offenbach
Starkenburgring 66
63069 Offenbach