7. April 2017 von Laura Thieme in Neue Verfahren
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Größtmögliche Sicherheit bei Eingriffen am Herzen

Kleinste Herzpumpe der Welt im Einsatz

Nach einem Herzinfarkt oder einer akuten Herzinsuffizienz werden lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend versorgt. Das ist lebensbedrohlich.

Der sogenannte kardiogene Schock kann unbehandelt in 70 Prozent der Fälle in wenigen Minuten zum Tod führen. Ein minimales und innovatives System kann helfen. Im Lausitzer Seenland Klinikum ist seit kurzem das Impella-Pumpsystem im Einsatz. Die kleine Herzpumpe dient der Erhaltung der Blutversorgung lebenswichtiger Organe wie Gehirn und Lunge.
In der Klinik für Kardiologie und Angiologie von Chefarzt Dr. Olaf Altmann wird sie bei Kathetereingriffen am Herzen wie beispielsweise der Eröffnung von Gefäßen nach einem Herzinfarkt eingesetzt. Dem Kardiologen wird damit größtmögliche Sicherheit geboten um einen kardiogenen Schock zu entgegnen. Ebenso können Impella-Herzpumpen zur Überbrückung der Lebensfunktionen bei einem Transport des Patienten in ein Herzzentrum dienen. Die Überlebenschancen werden deutlich verbessert.

Das schlauchförmige, elastische System wird über eine Punktion in der Leiste bis zur linken Herzkammer geführt. Fast an der Spitze sitzt die weltweit kleinste Mikropumpe. Im Querschnitt umfasst sie eine Größe von nur drei Millimetern – so schmal wie ein Trinkröhrchen. Kardiologie-Chefarzt Dr. Olaf Altmann erklärt: „Die Implantation von Impella-Herzpumpen dauert in unserer Klinik gerade mal sieben bis acht Minuten. Die Anlage der Pumpe erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist für den Patienten weitestgehend schmerzfrei. “

Die kleine Herzpumpe kann je nach System zwischen 2,5 bis 5 Litern Blut pro Minute fördern. Das entlastet die Arbeit der Herzkammer. Im Vergleich: ein gesundes Herz pumpt zwischen vier und sechs Litern pro Minute. „Im System herrscht ein ständiger Druck und Sog“, erklärt Dr. Altmann. „Je nach Therapieansatz kann das Impella-Pumpsystem im Anschluss an den Eingriff wieder entfernt werden oder mehrere Tage im Körper verbleiben. Der richtige Sitz des Systems wird dann regelmäßig per Ultraschall vom Kardiologen kontrolliert.“
Im übertragenen Sinne geben die Impella-Pumpen dem Herzen Zeit, sich zu regenerieren und helfen vorübergehend auftretende Funktionsweisen auszugleichen.

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Lausitzer Seenland Klinikum GmbH
Laura Thieme
Pressesprecherin, Unternehmenskommunikation/Marketing
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