5. April 2017 von Anja Kley in Newsroom
© Sana Klinikum Hof

Mit Kopf, Herz und Hand – Schüler leiten eine Station

Daniel Schiller, Schüler im dritten Ausbildungsjahr gibt einen Einblick in seine Erlebnisse.

Wie fühlt es sich an, wenn man selber Verantwortung übernehmen und den Stationsalltag eines Krankenhauses meistern muss?

Wer übernimmt die Stationsleitung? Wie wird der Dienstplan aussehen? Wer geht in welchen Patientenbereich? Wer übernimmt welche Aufgaben? „Fragen über Fragen. Die Antworten mussten wir aber dieses Mal ganz allein finden.“ Mit strahlenden Augen und einem Lächeln auf den Lippen erzählt Schüler Daniel Schiller ganz stolz vom Start des besonderen Schülerprojektes. Er und 20 weite Schüler meisterten 14 Tage lang den Stationsalltag des kardiologischen Fachbereiches.

Das Projekt „Mit Kopf, Herz und Hand – Schüler leiten eine Station“ ist ein ganz besonderes Highlight im dritten Ausbildungsjahr der Berufsfachschulen des Sana Klinikums Hof.“ Jedes Jahr erklären sich eine oder mehrere Stationen des Klinikums bereit, die Schülern ihre Station im Dreischichtsystem mit allen dazugehörigen Aufgaben eigenverantwortlich leiten zu lassen. Eine examinierte Pflegevollkraft steht natürlich immer bereit, um etwaige Fragen zu beantworten. „Zu Projektbeginn wurde von den Schülern eine Stationsleitung bestimmt, die mit ihrem Stellvertreter den Dienstplan gestaltete. Somit waren die wichtigsten organisatorischen Aufgaben erst einmal abgedeckt. Doch wie würden wir uns in den Stationsalltag einfinden? Wie werden wir zusammenarbeiten? Diese Fragen stellten sich nun uns Schülern.“

Dann war es endlich soweit. Die ersten Schüler traten die Frühschicht auf ihrer eigenen Station an. „Anfangs mussten uns die examinierten Pflegekräfte noch rege unterstützen, aber dann merkten wir, wie Stück für Stück die Anspannung nach lies und wir immer mehr die Verantwortung übernehmen konnten. Wir begleiteten die Visiten der Ärzte, arbeiteten diese aus, versorgten und betteten unsere Patienten, teilten das Essen aus. Auch mit Notfall-Situationen mussten wir zurechtkommen. Wir entließen unsere genesenen Patienten, übergaben unseren Bereich an die nächste Schicht – all dies lief von Tag zu Tag reibungsloser ab und somit auch selbstständiger, wodurch wir Schüler einen genauen Einblick in die Welt der examinierten Pflegekräfte bekommen konnten.“ Manche voreingenommene Ansicht über die Examinierten relativierten sich recht schnell und Vorgänge wurden verstanden, die in der vergangenen Ausbildungszeit noch fragwürdig erschienen.

Ob Pausenregelung oder Bereichseinteilung, dass Absprachen untereinander enorm wichtig sind, wurde den Schülern nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr klar. „Schnell mussten wir lernen unsere Kommunikation zu verbessern und noch intensiver zusammenzuarbeiten.“ Dem einen fiel dies leicht, dem anderen etwas schwerer, aber jeder gab sein bestes, einen reibungslosen Stationsalltag zu gewähren. Schnelle Schritte, austauschenden Stimmen zwischen herzlichem Lächeln, Pieptönen aus Patientenzimmern und leise klapperndem Geschirr – ging man dieser Tage über die Station, waren Anspannung, Enthusiasmus und Freude an der Arbeit in jeder Minute spürbar. „Das Projekt – Schüler leiten eine Station – war für mich ein unvergessliches Erlebnis.“, führt Daniel seine Erzählung fort. „Wir Schüler haben uns untereinander auf einer ganz anderen Ebene kennengelernt.“

Als sehr lehrreich und aufschlussreich beschreibt er abschließend das Projekt. Gerne hätten die Schüler noch länger die Station geleitet und sind sehr dankbar für die Unterstützung aller freigestellten Praxisanleiter und Examinierten Pflegevollkräfte, resümiert Daniel sichtlich zufrieden mit den Leistungen seiner Projektgruppe. „Auch ich bedanke mich als Stationsleitung für die tolle Zusammenarbeit und interessanten Lehrpunkte, die jeder von uns aus diesem Projekt mitnehmen konnte.“ Ende März startet nun das Projekt auf einer Station der Urologischen Klinik. „Wir sind gespannt, welchen Erfahrungsschatz das Schülerteam aus diesem Fachbereich mit auf den Weg nimmt.“, sagt Schulleiterin Xenia Kugler. Sie ist stolz auf ihre Schülerinnen und Schüler als auch Projektleiterin Desiree Lippert. „Wir können uns glücklich schätzen“, sagt sie, „dass unser Ärzte als auch die Pflegeteams das Projekt bereits zum sechsten Mal in Folge unterstützen.“