13. März 2017 von Oliver Winklmüller in Newsroom
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Hoffnung bei Brustkrebs

Wichtig ist vor allem ein zeitnaher OP-Termin

Wird Brustkrebs einem frühen Stadium erkannt und behandelt, liegen die Heilungschancen bei nahezu 90 Prozent.

Brustkrebs ist mit etwa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland. Wird der Tumor in einem frühen Stadium erkannt und behandelt, liegen die Heilungschancen bei nahezu 90 Prozent. Das Brustzentrum am Sana Klinikum Borna bietet Betroffenen das komplette Leistungsspektrum der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs. Im Interview: Dipl. Med. Henning Eichler, Leiter des Bornaer Brustzentrums.

Mit welchen Anliegen richten sich die Patientinnen an Sie?
Henning Eichler: Sie kommen zum Großteil mit Überweisungen von niedergelassenen Gynäkologen zu uns, teilweise auch mit einem Tastbefund, den sie selber bemerkt haben. Oder als Zuweisungen aus dem Mammografie-Screening mit bereits gesicherter Diagnose einer bösartigen Brusterkrankung.

Was erwartet die Patientin?
Eichler: In den meisten Fällen kommen die Frauen – aber auch Männer! – mit unklarem oder doch schon auffälligem Tastbefunden der Brust zu uns in die Sprechstunde.
Nach einem ausführlichen Gespräch über eigene und ggf. familiäre Erkrankungen wird eine Tastuntersuchung durchgeführt, anschließend erfolgt ein hochqualifizierter Ultraschall. Von großem Vorteil ist, dass sich die Abteilung der diagnostischen Radiologie, hier speziell die Mammographie, gleich nebenan befindet. Das bedeutet kurze Wege, schnelle Termine und v.a. wenig Wartezeit. So kann eine diagnostische Gewebeentnahme (sog. Stanzbiopsie) sofort durchgeführt werden, das Ergebnis liegt dann schon nach ein bis zwei Tagen vor.

Was passiert dann?
Eichler: Wird hier eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert ist es von großer Bedeutung, dass wir den betroffenen Frauen einfühlsam die Diagnose und die sich daraus ergebende Behandlung erläutern. Wir erstellen gemeinsam mit der Patientin einen Therapieplan, sehr gern auch mit dem anwesenden Ehepartner oder einem anderen Angehörigen. Das Ziel soll sein, eine individuelle und optimale Versorgung durchzuführen. So ist z.B. eine brusterhaltende Operation in den meisten Fällen realisierbar, weitere heilende Behandlungen können eine Strahlentherapie und eine medikamentöse Behandlung sein. Wichtig ist ein möglichst zeitnaher OP-Termin innerhalb von maximal drei Wochen, meist wesentlich kürzer, denn nichts ist schlimmer, als ein langes Warten auf den Beginn einer Behandlung. Gleiches gilt für Patientinnen, die bereits mit einem gesicherten Mammakarzinom (z.B. aus dem Mammographie-Screening) zu uns kommen.

Gibt es spezielle Sprechstunden?
Eichler: Ja. Die Brustsprechstunde hier im Haus findet dienstags und donnerstags von 11 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr statt.Allerdings sind nach Absprache und Notwendigkeit jederzeit kurzfristige Termine möglich.Außerdem berät unsere Brustschwester Annett Renker die Frauen montags von 10 bis 13 Uhr und mittwochs von 12.30 bis 16.30 Uhr. Sie übernimmt die Beratung, Begleitung bei der Eröffnung der Diagnose aber auch die durchgängige Hilfestellung während des gesamten Behandlungsablaufs.

Gibt es Selbsthilfegruppen, an die sich Patientinnen wenden können?
Eichler: Sogar zwei. »Frauen nach Brustkrebs« und »Zukunftsschmiede – Leben trotz Krebs«. Letztere richtet sich vor allem an jüngere Frauen, deren Fragen und Probleme sich doch oftmals von denen älterer unterscheiden.

Wie vielen Patientinnen konnte bisher geholfen werden?
Eichler: Seit Bestehen unseres Brustzentrums sind es mehrere hundert Patienten, in der Mehrzahl Frauen, aber auch einige Männer. Dabei ist das wichtigste Gremium unsere wöchentliche Tumorkonferenz (sog. Tumorboard), in der alle behandelnden Ärzte (Gynäkologen, Radiologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen) über die jeweils beste und optimale Therapie für jeden einzelnen Patienten beraten und einen Behandlungsplan erstellen. Außerdem existiert an unserem Brustzentrum ein Kooperationsvertrag mit einem plastischen Chirurgen, welcher in unserer Klinik operiert und auf Brustrekonstruktion spezialisiert ist.