15. Februar 2017 von Marion Band in Newsroom, Sprechstunde
© foto-georg, offenbach

Ultraschall, Blutwerte und Szintigrafie gegen Schilddrüsenerkrankungen

Diagnosemöglichkeiten bei Schilddrüsenerekrankungen

Starke Gewichtsveränderungen, Konzentrationsschwäche, innere Unruhe oder Schlafstörungen? Präzise Diagnosemethoden ermitteln die möglichen Ursachen.

Diagnosemöglichkeiten bei Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigsten Krankheiten der Hormondrüsen und betreffen rund jeden vierten Deutschen, besonders häufig in der zweiten Lebenshälfte, wobei Frauen meiststärker stärker gefährdet sind als Männer. Jodmangel, Entzündungen und Erkrankungen können die Arbeit der Schilddrüse nachhaltig aus dem Takt bringen, sodass die Drüse nicht mehr genug oder zu viel an Hormonen ausschüttet und viele wichtige Funktionen im Körper aus dem Gleichgewicht geraten. „Oft sind die Beschwerden einer Schilddrüsen-Erkrankung, wie Gewichtszu- oder abnahme, Konzentrationsschwäche, innere Unruhe und Schlafstörungen, so allgemein, dass sie als lapidar abgetan werden und weder Arzt noch Patient eine ernsthafte Erkrankung in Betracht ziehen“, erläutert Dr. Tilmann Kirchner, Facharzt in der MVZ-Praxis Nuklearmedizin am Sana Klinikum Offenbach. „Doch bei schwerwiegenden Symptomen wie Adipositas, Depressionen und Unfruchtbarkeit ist eine ausführliche ärztliche Untersuchung dringend angeraten, insbesondere dann, wenn andere Ursachen ausgeschlossen werden können.“
Die MVZ-Praxis für Nuklearmedizin am Sana Klinikum Offenbach bietet ihren Patienten das gesamte Spektrum der konventionellen Nuklearmedizin, angefangen bei einer differenzierten Schilddrüsendiagnostik. Dazu gehört, neben Ultraschall-Untersuchungen des Organs, bei der Knoten und Zysten erkannt werden können, auch die Bestimmung aller für die Schilddrüsen-Funktion wichtigen Blutwerte. Beim Verdacht auf eine zugrunde liegende Autoimmunerkrankung werden außerdem die Schilddrüsen-Antikörper im Blut bestimmt.

Schilddrüsenszintigrafie

In vielen Fällen ist für eine genaue Diagnose eine spezielle Schilddrüsen-Szintigraphie durch einen Facharzt für Nuklearmedizin erforderlich. Diese bildet die Funktion des Schilddrüsen-Gewebes ab, sodass die genauen Ursachen der jeweiligen Schilddrüsen-Überfunktion identifiziert werden können.
Insbesondere bei Schilddrüsen-Knoten spielt die Schilddrüsenszintigrafie eine zentrale Rolle. Mit ihrer Hilfe kann der Arzt die funktionelle Aktivität solcher Knoten analysieren und anhand von Farbeinlagerungen erkennen, ob es sich um „kalte“ oder „heiße“ Knoten handelt. Wird eine radioaktive Substanz gleichmäßig eingelagert oder gespeichert, handelt es sich um einen heißen Knoten. Sind nur wenige oder gar keine Einlagerungen feststellbar, geht es um kalte Knoten, hinter denen in seltenen Fällen auch einmal ein Schilddrüsen-Krebs stehen kann.

Onko-Szintigraphie

„Die Herausforderung des Arztes besteht darin, diese wirklich gefährlichen Knoten sicher zu identifizieren und zu operieren, stat einfach sämtliche erkennbaren Knoten pauschal zu entfernen, wie es vielerorts leider noch immer üblich ist“, erläutert Dr. Kirchner. Die nuklearmedizinische MVZ-Praxis am Sana Klinikum Offenbach bietet ihren Patienten zwei verschiedene Diagnose-Möglichkeiten an: Entweder entnehmen wir mit Hilfe einer dünnen Nadel unter Ultraschall Kontrolle eine Gewebeprobe aus dem Knoten und stellen mit Hilfe einer zytologischen Untersuchung durch unsere Pathologie fest, ob ein Krebs vorliegen könnte“, so Dr. Kirchner weiter. „Oder wir wenden die so genannte „Onko-Szintigraphie“ der Schilddrüse an. Bei dieser Untersuchung verabreicht man – ähnlich wie bei einer „normalen“ Schilddrüsen-Szintigraphie – wiederum eine leicht radioaktive Substanz, um die Zellbestandteile zu binden, die der Zelle ihre Energie liefern, die so genannten Mitochondrien. So kann man bestimmen, ob ein solcher Knoten eine Tendenz zum Wachsen aufweist. Ist dies der Fall, sollte er operativ entfernt werden.“

Knochen-Szintigraphie

Auch für weitere Erkrankungen hält die MVZ-Praxis für Nuklearmedizin am Sana Klinikum Offenbach wertvolle Diagnosemöglichkeiten bereit. Mit Hilfe der Knochen-Szintigraphie kann die Nuklearmedizin abklären, ob bei einem onkologischen Patienten der Krebs bereits in die Knochen gestreut hat, wie schwer eine Kniegelenksarthrose ist oder ob durch eine rheumatische Erkrankung degenerative und/oder entzündliche Veränderungen am Skelett vorliegen. Der DAT-Scan des Gehirns gibt wertvolle Informationen, warum manche Parkinson-Patienten nicht auf eine Therapie ansprechen. Alle genannten Untersuchungen sind Leistungen, die von den gesetzlichen und von den privaten Krankenkassen getragen werden.

Patientenakademie: Öffentliche Informationsveranstaltung am 21. Februar 2017
Wer Interesse hat, mehr über die Erkrankungen der Schilddrüse und die Diagnoseverfahren zu erfahren, ist herzlich zur nächsten Patientenakademie des Sana Klinikums Offenbach eingeladen. Am Dienstag, 21. Februar 2017 wird Dr. Kirchner nicht nur die verschiedenen Funktionsstörungen der Schilddrüse erläutern, sondern auch die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten vorstellen. Im Anschluss an seinen Vortrag steht er gerne für persönliche Fragen zur Verfügung.

Der Besuch der Patientenakademie ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in den Helmut-Nier-Sälen in Ebene 0 des Sana Klinikums Offenbach, am Starkenburgring 66. Weitere Informationen unter www.klinikum-offenbach.de