25. Januar 2017 von Ronny Fichte in Newsroom
© UK Sana Klinikum Hameln-PyrmontDr. Thomas Noesselt, Leiter des Hamelner Brustzentrums und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont.
© UK Sana Klinikum Hameln-Pyrmont

Kampf gegen Brustkrebs gewürdigt

"Netzwerk Brustkrebs" erhält den diesjährigen Claudia von Schilling-Preis

Kooperation statt Konkurrenz: Ein Projekt, in dem das Brustzentrum des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont weiteren Zentren zusammenarbeitet, erhält Auszeichnung.

Insgesamt beteiligen sich derzeit sechs und zukünftig sieben Brustzentren an dem von der Medizinischen Hochschule Hannover initiierten Projekt „Netzwerk Brustkrebs“. Hierin inbegriffen sind neben dem Sana Klinikum Hameln-Pyrmont die Diakovere-Krankenhäuser, Klinikum Region Hannover, Helios Hildesheim sowie das Klinikum Schaumburg. Der Preis geht auch an das Vinzenzkrankenhaus in Hannover, das in naher Zukunft ebenfalls an dem Netzwerk teilnehmen wird. „Ziel des Netzwerkes ist, die Brustkrebstherapie zu vereinheitlichen und zu verbessern. Dazu sollen Daten von insgesamt mehr als 4.000 Brustkrebspatientinnen ausgewertet werden“, sagt Professor Dr. Peter Hillemanns,  Leiter der MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Die umfangreiche Datensammlung aus den beteiligten Brustzentren bildet eine Grundlage für die Verbesserung der Diagnose und der Therapie des Brustkrebses (Mammakarzinom). Mit zurzeit 3.000 Patientinnen ist man  dem Ziel seit den Anfängen im Jahr 2011 stetig nähergekommen, da die Studie schon jetzt die größte deutsche Datenbank auf diesem Gebiet darstellt.

Die Claudia von Schilling Stiftung mit Sitz in Hannover vergibt ihre mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für den Aufbau, die Organisation und den Betrieb des Netzwerkes. Das Preisgeld soll dazu dienen, die weitere Arbeit des Netzwerkes zu unterstützen. „Nach Auffassung der Stiftung und des begleitenden wissenschaftlichen Kuratoriums steht dieses Netzwerk für eine einzigartige kollektive Zusammenarbeit im Dienste der Patientinnen, wobei sich die sonst grundsätzlich konkurrierenden Klinikbetriebe von wirtschaftlichen Interessen losgelöst haben“, sagt Dr. Wolfgang Dieckmann, Vorsitzender des Vorstands der Claudia von Schilling Stiftung.

„Es ist eine zusätzliche Motivation, dass unsere Kooperation mit den anderen Brustzentren der Region auf diese Weise gewürdigt wird“, freut sich Dr. Thomas Noesselt, Leiter des Hamelner Brustzentrums und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont. „Gemeinsam ermitteln wir, was den Erfolg einer Brustkrebsbehandlung beeinflusst, denn das können neben der genauen Einhaltung der Therapie unter anderem auch familiäre Faktoren sein“. Zurückliegende Studien ließen vermuten, dass genetische Veranlagungen nicht nur die Erkrankungswahrscheinlichkeit, sondern auch den Therapieerfolg mitbestimmen. Da die zugrundeliegenden Gene allerdings noch größtenteils unbekannt sind, dienen die einmaligen Blutproben der Patientinnen zu deren Identifizierung, um bisherige Therapien maßgeschneidert einzusetzen und zudem neue Ansatzpunkte für die Heilung zu finden. Beispielsweise kann so festgestellt werden, ob die Medikamente unter bestimmten genetischen Voraussetzungen die gewünschte Genesung erzielen. Hierzu ist es wichtig, möglichst viele Studienteilnehmerinnen zu gewinnen. „Wir können erfreut feststellen, dass etwa 80 Prozent unserer Brustzentrumspatientinnen bereit sind, an Studien mitzuwirken. Da dies nicht selbstverständlich ist, gilt diesen Frauen ein großer Dank“, so Dr. Noesselt.  Auch sei es wichtig darauf hinzuweisen, dass nicht der Eindruck entsteht, dass es sich hierbei um eine Pharmazie-Studie handelt. „Schließlich geht es um die Ermittlung von Daten, die den Therapieerfolg messbar und somit die Brustkrebsbehandlung peu à peu noch effektiver zu machen, resümiert Dr. Noesselt.“