16. Januar 2017 von Oliver Winklmüller in Geparkt, Newsroom
© Sana Kliniken Leipziger landDie Pneumologin Dr. Anja Häussermann verstärkt das Team der Inneren und wird künftig eng mit den Thoraxchirurgen des Hauses zusammenarbeiten.
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Lungenfachärztin erweitert Angebot

Dr. Anja Häussermann seit 01.01. in Borna tätig – enge Zusammenarbeit mit Thoraxchirurgie

Mit Jahresbeginn erweitert sich das medizinische Leistungsangebot am Standort Borna. Der Fachbereich der Inneren Medizin wird um die Pneumologie vertieft.

Die renommierte Internistin und Lungenfachärztin Dr. Anja Häussermann sorgt für einen neuen Schwerpunkt in der Inneren Medizin – die Pneumologie. Mit dem Engagement der 37-jährigen Oberärztin schließt die Klinik eine Lücke in der Region. Dr. Anja Häussermann ist spezialisiert im Bereich der Bronchoskopie, wodurch feingewerbliche Untersuchungen der Lunge und angrenzender Lymphknoten in lokaler Anästhesie möglich werden. Es werden zudem u.a. Ultraschalluntersuchungen des Rippenfells, Lungenfunktionsprüfungen und die Therapie von Lungeninfektionskrankheiten sowie chronischen Atemwegserkrankungen zum Repertoire gehören. Ihre Ausbildung hat die Pneumologin im Herzzentrum Leipzig mit der Betreuung beatmeter Patienten begonnen und im weiteren Verlauf in der Robert-Koch-Klinik in Leipzig absolviert. Frau Dr. Häussermann möchte ihre Erfahrung beim Aufbau einer pneumologischen Abteilung in Borna einbringen und Patienten die Möglichkeit der heimatnahen Behandlung bieten.

Bisher mussten Patienten um eine pneumologische Behandlung zu erfahren, einen weiteren Weg beanspruchen. Gerade für ältere Menschen stellt dies immer wieder ein Problem dar.“Ich freue mich demzufolge sehr, dass wir die renommierte Ärztin Dr. Anja Häussermann für den Standort gewinnen konnten und somit eine Versorgungslücke schließen, so Dr. Andreas Klamann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin.“

Bedeutung der Pneumologie steigt rapide
Dass die Bedeutung der Pneumologie zugenommen hat, liegt auch an der immer älter werdenden Bevölkerung. Laut Klamann leiden mittlerweile bereits rund zehn Prozent der über 40-Jährigen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die deshalb oft als Altersasthma bezeichnet wird. Die vielleicht auf den ersten Blick harmlos klingende Lungenentzündung sei in Westeuropa sogar die Infektionskrankheit, welche die meisten Todesopfer fordere. Und Lungenkrebs stehe bereits an dritter Stelle der häufigsten Krebsarten, betont der Chefarzt. Generell befasst sich die Pneumologie mit Erkrankungen der Lunge, des Rippenfells, der Atemmuskeln, des rechten Herzens inklusive des Lungenkreislaufes sowie der allergischen Erkrankungen der Atemwege. All diese Krankheiten können künftig im Bornaer Krankenhaus genau diagnostiziert und behandelt werden. „In der engen Zusammenarbeit mit Chirurgen, Radiologen und Onkologen sehe ich die wesentliche Verbesserung des Leistungsspektrums des Sana Klinikums“, sagt Klamann.

Enge Zusammenarbeit mit den Thoraxchirurgen
Große Schnittmengen ergeben sich vor allem mit den Thoraxchirurgen im Haus. „Wir werden in Zukunft eng mit Frau Dr. Häussermann zusammenarbeiten“, sagt Dr. Andreas Schilling. Er ist leitender Oberarzt Thoraxchirurgie im Bornaer Krankenhaus und sieht eine enge Zusammenarbeit vor allem bei Lungenkrebs und COPD, eine chronische Erkrankung der Bronchien. „Aufgabe eines Pneumologen ist es, Art, Ausprägung und Lage von Tumoren so exakt zu bestimmen, dass wir Chirurgen ganz genau entscheiden können, wie wir operieren: minimalinvasiv oder doch im klassischen offenen Vorgehen“, so Schilling. Für Patienten mit COPD – einer chronisch obstruktiven Bronchitis, bei der sich schleichend die Atemwege verengen, bis den Patienten sprichwörtlich die Puste ausgeht – plant Schilling zusammen mit Häussermann die Anwendung eines neuen OP-Verfahrens. Hierbei werden per Endoskop feine Metallgeflechte, so genannte Lungenventile, in die Lunge eingesetzt. Sie sollen einen Lungenlappen, wie man bestimmte abgegrenzte Teile der Lunge nennt, komplett verschließen. Luft kann heraus-, aber nicht mehr hineinströmen. Der verschlossene Lappen leert sich – und fällt zusammen. Er schafft so mehr Platz für das restliche gesündere Lungengewebe.