13. April 2016 von Philipp Jauch in Hygiene
© ThinkstockPhotos

Global unterwegs – lokal in Gefahr

Keime als Urlaubssouvenir

Jeder fünfte Reisende bringt nach einem Aufenthalt in einem tropischen oder subtropischen Land Antibiotika-resistente Darmkeime mit nach Hause.

Das hat eine finnische Studie ergeben. Besonders betroffen waren Personen, die in Südostasien, Südasien oder Nordafrikaunterwegs waren. Noch höher war der Anteil der Betroffenen, die während ihrer Reise — etwa wegen eines Durchfalls — Antibiotika eingenommen hatten. 80 Prozent dieser Probanden waren mit multiresistenten Darmbakterien besiedelt.

Die Wissenschaftler warnen davor, Antibiotika während Fernreisen zu früh und unnötigerweise einzunehmen. Vermutlich verändert eine Antibiotikabehandlung die Darmflora so, dass sich die resistenten Enterobakterien besser ausbreitenkönnen. Zwar erkranktek einer der Studienteilnehmer an der Besiedelung, doch die Gefahr besteht, dass Träger die tückischen Keime weiter verbreiten. Immerhin braucht die Darmflora etwa ein halbes Jahr zur Normalisierung.