7. April 2016 von Philipp Jauch in Hygiene
© ThinkstockPhotosIn der Natur finden sich immer wieder neue Wirkstoffe gegen Infektionen.
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Von Natur aus

Bakterienkiller mit Zukunft

Antibiotika verlieren zunehmend ihre Wirkung. Deshalb fahnden Forscher weltweit nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionen. Und wer sucht, der findet.

Asiatischer Marienkäfer: Deutsche Wissenschaftler haben in der Hämolymphe, also im Blut dieser
Insekten, eine vielversprechende Substanz namens Harmonin gefunden. Im Experiment war sie
wirksam gegen Tuberkulose. Auch andere Insekten produzieren Stoffe mit antibiotischer Wirkung.

Phagen: Bakteriophagen sind Viren, die ausschließlich Bakterien angreifen. Die Phagentherapie ist
seit fast 100 Jahren bekannt und in Osteuropa bis heute populär bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Nun erforschen auch westliche Wissenschaftler Phagencocktails gegen problematische Krankenhauskeime.

Bodenbakterien: Viele Bakterien, ebenso Pilze, produzieren Hemmstoffe, unter denen sich neue Antibiotika finden könnten. Allerdings lassen sich nur ein Prozent der natürlich vorkommenden Bakterien mit Standardmethoden im Labor züchten. Ein Forscherteam aus Boston ist mit neuartigen Kultivierungsverfahren auf das Mikrobakterium Eleftheria terrae gestoßen. Sein Wirkstoff «Teixobactin» tötet MRSA-Erreger ab.

Meeresschwämme: Sie bestehen zu 40 Prozent aus Bakterien, die verschiedene
Antibiotika produzieren, ebenso Substanzen gegen Krebs. Auch sie sind kaum im Labor zu kultivieren. Mithilfe einer speziellen molekularen Entzifferungstechnik hat ein Züricher Forscher eine bislang unbekannte Bakteriengruppe der Schwämme identifiziert, die ein ganzes Arsenal von Substanzen produziert, das nun auf antibiotische Wirkungen hin analysiert wird.