© Thinkstock/iStockphotoEin Meniskusriss kann die Folge eines Unfalls oder auch einer Verdrehbewegung beim Sport oder im Alltag sein.
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Knackpunkt Knie

Die wichtigsten Knieverletzungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten

Das Knie, das größte Gelenk des menschlichen Körpers, und seine wichtigsten Verletzungen: Meniskusriss, Kreuzbandriss, Ausrenkung, Arthrose oder Fehlstellungen.

Auf das Knie wird immer mehr Belastung ausgeübt. Denn die Deutschen werden einerseits immer schwerer, andererseits immer sportlicher. Jedes Jahr verletzten sich etwa 100.000 Deutsche an den Kreuzbändern und rund 300.000 Menisken werden operiert. Außerdem sind mindestens 20 Millionen Menschen von Verschleißerscheinungen an den Knien betroffen.

Meniskusriss
Ein Meniskusriss kann die Folge eines Unfalls oder auch einer Verdrehbewegung beim Sport oder im Alltag sein. Er kann alleine oder begleitet von Knorpel- und Bandverletzungen auftreten. Je nach Art und Verlauf der Verletzung, wie lange der Unfall zurückliegt und welcher Teil des Meniskus betroffen ist, kann der Riss genäht werden. Häufig ist das aber nicht möglich und der gerissene Teil des Meniskus muss arthroskopisch entfernt werden.

Kreuzbandriss
Häufig führt ein Sportunfall mit einem Verdrehtrauma des Kniegelenks zum Riss des vorderen Kreuzbandes. Bei einer Operation wird das gerissene Band vollständig entfernt und durch eine körpereigene Sehne von der Innenseite des Oberschenkels ersetzt.

Ausrenkung
Kommt es beim Sport zu einer Kniescheibenausrenkung, kann diese meist eingerenkt und ohne Operation durch vorübergehende Ruhigstellung behandelt werden. In einigen Fällen können bei einer frisch aufgetretenen Verletzung die Haltebänder der Kniescheibe genäht werden. Neigt die Kniescheibe wiederholt dazu, auszurenken, ist eine operative Bandrekonstruktion des Halteapparats der Kniescheibe möglich.

Arthrose
Die Behandlung ist je nach Ursache, Größe, Ausdehnung und Lokalisation des Knorpelschadens unterschiedlich. Neben nicht operativen Therapien, wie Krankengymnastik oder Injektionen, können Gelenkspiegelungen durchgeführt werden, bei denen der Knorpelschaden geglättet wird. Dabei kann durch das Setzen kleiner Knochenlöcher Knorpelersatzgewebe erzeugt werden (Mikrofrakturierung). Ist der Knorpelschaden zu ausgedehnt, kommen Teil- oder Totalendoprothesen zum Einsatz.

Fehlstellungen
Die häufigsten Fehlstellungen des Kniegelenks sind O- und X-Bein-Deformitäten, die zu einer vorzeitigen Arthrose in den unterschiedlichen Kniegelenkregionen führen können. Durch eine Umstellungsoperation mittels eines „Knochenschnitts“ und der Fixierung mit einer winkelstabilen Platte können die Beinachsen korrigiert werden. Auch hier können arthroskopische Eingriffe zur Bildung von Ersatzknorpel der eigentlichen Umstellungsoperation vorangehen.

Weitere Beiträge von Prof. Dr. med. Andreas M. Halder, die bereits im Sana Blog veröffentlicht wurden:

<strong>Die Gangschaltung der Fortbewegung</strong>
http://sprechende-medizin.com/2013/04/26/die-gangschaltung-der-fortbewegung/
<strong>Kunst am Knie</strong>
http://sprechende-medizin.com/2013/04/26/kunst-am-knie/
<strong>Bergauf mit Implantat</strong>
http://sprechende-medizin.com/2013/04/29/bergauf-mit-implantat/

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