© Thinkstock/HuntstockDie Parkinson-Krankheit ist vorwiegend eine Erkrankung des höheren Lebensalters. In der Regel fällt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.
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Die Parkinson-Krankheit Diagnose und Therapie

Das Rummelsberger Parkinson Konzept

Durch den großen Erfolg und Patientenzuspruch wurde die Klinik 2009 als einzige Akutklinik in Bayern von der Deutschen Parkinson Vereinigung zertifiziert.

Die Parkinson-Krankheit ist nach dem englischen Arzt Dr. James Parkinson benannt, der die Erkrankung 1817 erstmals beschrieben hat. Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns (die Basalganglien), die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind. Die langsame Degeneration von Zellen der Substantia nigra (Schwarze Substanz) verursacht einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Dieser Mangel führt zu den klassischen Symptomen der Krankheit.

Im Deutschen wird die Parkinson-Krankheit auch als Schüttellähmung bezeichnet. Sie ist v. a. gekennzeichnet durch: Bewegungsarmut (Akinese), Zittern in Ruhe (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor), Gang- oder Gleichgewichtsstörungen.

Diese „Kardinalsymptome“ können mit jeweils unterschiedlicher Ausprägung vorherrschend sein. Die Mehrzahl der Parkinson-Syndrome tritt ohne erkennbare Ursache (idiopathisch) auf. Man spricht dann von der Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson).

Die Parkinson-Krankheit ist vorwiegend eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Etwa 10% der Patienten sind bei Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. In der Regel fällt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. In der Gesamtbevölkerung sind zwischen 100 und 200 pro 100 000 Personen betroffen. Bei Personen älter als 60 ist etwa einer von 100 erkrankt. Das männliche Geschlecht ist etwas häufiger betroffen.

Was geschieht bei der Parkinson-Krankheit im Gehirn?
Für die Entstehung der Symptome der Parkinson-Krankheit sind die Nervenzellen der Substantia nigra (schwarze Substanz) von besonderer Bedeutung. Die Substantia nigra liegt in den Basalganglien des Gehirns. Die Basalganglien sind eine Gruppe von Nervenzell-Ansammlungen im Gehirn. Ihre Aufgabe liegt vor allem in der Steuerung von Bewegungen. Die Nervenzellen der Substantia nigra produzieren den Botenstoff Dopamin. Sie senden Fortsätze in das sogenannte Striatum. Dopamin wird aus den Enden der Fortsätze im Striatum freigesetzt. Dort überträgt er Informationen der Nervenzellen der Substantia nigra auf die des Striatums. Bei der Parkinson-Krankheit erfolgt ein langsamer Untergang der Nervenzellen in der Substantia nigra. Nachdem etwa 50-60% dieser Dopamin-produzierenden Zellen zugrunde gegangen sind, machen sich die ersten Krankheitszeichen bemerkbar.

Was ist die Ursache der Parkinson-Krankheit?
Trotz gewisser Hinweise ist die genaue Ursache bei der überwiegenden Zahl der Patienten bislang noch nicht geklärt. Es gibt viele Hinweise, die nahelegen, dass es mehrere ursächliche Faktoren gibt, die in der Entstehung der Parkinson-Krankheit zusammenspielen. Viele Patienten versuchen, den Beginn ihrer Parkinson-Symptome auf einen Unfall, einen chirurgischen Eingriff oder ein traumatisches Ereignis zu beziehen. Ein ursächlicher Zusammenhang kann aber in solchen Fällen kaum nachgewiesen werden. Möglicherweise können diese Ereignisse Symptome provozieren, die sich auch unabhängig davon entwickelt hätten. Dies darf aber nicht mit einer Verursachung der Parkinson-Krankheit verwechselt werden.

Es gibt keinen bedeutenden Hinweis, der nahelegt, dass die Parkinson-Krankheit von einem Virus oder einem anderen infektiösen Organismus verursacht wird. Die Krankheit ist nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nicht übertragbar. In sehr wenigen Fällen ist die Parkinson-Krankheit erblich. Meist wird die Krankheit aber nicht von den Eltern geerbt und wird auch nicht an die Kinder weitergegeben. Allerdings nimmt man an, dass das Zusammenspiel mehrerer Erbanlagen manche Menschen anfälliger macht, an der Parkinson-Krankheit zu erkranken.

Derzeit wird vermutet, dass Giftstoffe, die möglicherweise im Körper selbst entstehen, die Zellen der Substantia nigra schädigen. Eventuell trägt eine erbliche Störung im Abbau dieser Giftstoffe auch zur Entstehung der Krankheit bei. Unter dem Schlagwort „Hypothese vom oxidativen Stress“ wird eine schädigende Wirkung von aggressiven Sauerstoffverbindungen (Oxyradikale) diskutiert, die im körpereigenen Stoffwechsel entstehen.

Wie wird die Parkinson-Krankheit diagnostiziert?
Derzeit kann die Diagnose der Parkinson-Krankheit vor allem aufgrund der sorgfältigen Untersuchung durch einen erfahrenen Arzt, in der Regel durch einen Neurologen, gestellt werden. In frühen Krankheitsphasen gibt es ein breites Spektrum an Krankheiten, die nur schwer von der Parkinson-Krankheit abgegrenzt werden können. Die Verbesserung der Symptomatik durch Medikamente hilft, die Diagnose zu unterstützen. In Zweifelsfällen und zur Abgrenzung anderer Erkrankungen können apparative Untersuchungen (SPECT, Kernspintomographie) hilfreich sein.

L-Dopa Test
Die Mehrzahl der Patienten mit der Parkinson-Krankheit erfährt im Frühstadium der Erkrankung eine signifikante Besserung ihrer Symptome nach einem Monat Therapie mit etwa 300mg L-Dopa pro Tag.
Die verbleibenden Patienten verbessern sich im Laufe eines weiteren Monats mit einer Dosis von 600 – 750mg und nur sehr wenige benötigen eine Dosis von 1200 – 1500mg pro Tag. Eine fehlende Verbesserung spricht nahezu immer gegen das Vorliegen einer Parkinson-Krankheit.

Behandlung der Parkinson-Krankheit im Krankenhaus Rummelsberg
Zur Behandlung des Morbus Parkinson haben ich und das Team der Neurologie in den letzten Jahren das RUMMELBERGER PARKINSON KONZEPT entwickelt. Dieses Behandlungskonzept beinhaltet neben einer medikamentösen Optimierung und Neueinstellung vor allem eine konsequente Förderung der Bewegungsfähigkeit. Aber auch Stimm-/Schlucktherapie, Neuroorthopädische Behandlungsformen und alltagsrelevante Übungen (Ergotherapie) sind ebenso wie eine psychologische Betreuung der Patienten und Angehörigen Teile des Behandlungskonzeptes.

Auf Grund des großen Erfolges und Patientenzuspruches (pro Jahr werden über 350 Parkinson-Patienten behandelt), wurde die Klinik 2009 als einzige Akutklinik in Bayern von der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) zertifiziert.

Adresse

Krankenhaus Rummelsberg
Akademisches Lehrkrankenhaus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Rummelsberg 71
90592 Schwarzenbruck