© Klinikum Dahme-SpreewaldDr. med. Rüdiger Müller mit glücklichen Eltern und ihrem Nachwuchs
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Kinderwunsch und Endometriose

Trotz 30.000 Neuerkrankungen jährlich wird Endometriose oft erst spät erkannt

Viele Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch erfahren erst nach längeren Irrwegen, dass eine gutartige Gewebefehlbildung die Ursache ist. Sie kann behoben werden.

30-40.000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich an Endometriose. Das sind zwischen sieben und 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Starke Regelblutungen verbunden mit Schmerzen, auch in anderen Körperregionen, und weitere unangenehme Begleiterscheinungen werden zunächst nicht mit einer Gewebeerkrankung in Verbindung gebracht. Deshalb dauert es oft lange (bis zu acht Jahren), bis Endometriose diagnostiziert wird.

Bei dieser chronischen, aber gutartigen Erkrankung siedelt sich Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, im Unterbauch an und nistet sich an Eierstöcken und Eileitern, aber auch am Darm, am Bauchfell oder der Blase, seltener auch an anderen Organen an. Diese Endometrioseherde werden von den Hormonen des Monatszyklus‘ beeinflusst, bilden Verwachsungen und beeinträchtigen die Körperfunktionen. Deshalb besteht ein höheres Risiko für Fehlgeburten und Kinderlosigkeit. Zu den häufigsten Symptomen gehören chronische Unterbauchbeschwerden, schmerzhafte Krämpfe vor und während der Menstruation, Übelkeit, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen.

Eine diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) verhilft zu Klarheit. Falls dabei Endometriose festgestellt wird, können die Herde und Verwachsungen gleich behoben werden. Jede betroffene Frau erhält im zertifizierten Endometriose-Zentrum im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen ein auf ihr Erkrankungsbild zugeschnittenes Behandlungskonzept. Hier werden jährlich rund 200 Bauchspiegelungen wegen des Verdachts auf Endometriose durchgeführt. Modernste Video- und Lasertechnik ermöglicht, selbst schwerste Formen minimal-invasiv zu operieren. Die Entfernung der Endometrioseherde, ggf. ergänzt um die Einnahme von Hormonpräparaten, bringt allein wegen der deutlichen Schmerzreduktion eine Erleichterung. Ziel der Behandlung ist, das Wachstum oder die Neuansiedlung von Endometriosegewebe zu verhindern.

Einige Patientinnen nutzen nach der laparoskopischen Therapie eine hormonelle Behandlung oder künstliche Befruchtung. Wir bleiben oft über lange Jahre mit den Frauen in Kontakt. Einer der schönsten Erfolge war, dass nach einer nicht erfolgreichen künstlichen Befruchtung eine unserer Patientinnen auf natürlichem Weg schwanger wurde und ihr erstes Kind im Achenbach-Krankenhaus zur Welt brachte. Auch von anderen Endometriose-Patientinnen mit Kinderwunsch haben wir nach der Behandlung in unserem Endometriose-Zentrum später die Babys zur Welt gebracht und freuen uns über die glücklichen Eltern ebenso wie über die gesunden Kinder.

Endometriose-Sprechstunde im zertifizierten Endometriose-Zentrum:

Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen

Donnerstag von 07.30 bis 09.30 Uhr, Telefon: 03375 288-229

<strong>Endometriose -Vereinigung Deutschland e. V.</strong> | Bernhard-Göring-Straße 152 | 04277 Leipzig

Telefon 0341 306-5304 | www.endometriose-vereinigung.de

<strong>Stiftung Endometriose-Forschung</strong> | Lange Straße 38 | 26655 Westerstede

Telefon 04488 503-230 | Telefax 04488 503-999 | www.endometriose-sef.de

Adresse

Klinikum Dahme-Spreewald
Achenbach-Krankenhaus
Köpenicker Str. 29
15711 Königs Wusterhausen