© Regio KlinikenIm Klinikum Elmshorn kann die gesamte Palette der Methoden zur Untersuchung der Speiseröhre angeboten werden: pH-Metrie, Impedanzmessung, Bravo-Kapsel und Manometrie.
© Regio Kliniken

Die Speiseröhre, ein unterschätzter Muskel

Funktionelle Untersuchungsmethoden bei Speiseröhrenerkrankungen

Refluxbeschwerden stellen für den Arzt oft eine Herausforderung dar, da sie mit der der „Magenspiegelung nicht immer sichtbar sind.

Die Speiseröhre (= der Ösophagus) ist ein etwa 25 cm langer Schlauch, der den Mund- und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Sie besteht hauptsachlich aus einer ringförmigen Muskelschicht, die durch das vegetative Nervensystem gesteuert wird (sozusagen automatisch und nicht vom Willen beeinflusst) und sorgt für die Peristaltik, d. h. ringförmig einschnürende Kontraktionen der Muskulatur, die sich in Richtung Magen fortsetzen und auf diese Weise dem Transport der zerkauten Speisen dienen. Andererseits stellt die Speiseröhrenmuskulatur aber auch sicher, dass keine Säure aus dem Magen in den Mund zurückfließt oder in die Lunge gelangt. Der Speisetransport in den Magen und der Verschluss des Mageneingangs ist somit ein empfindliches Zusammenspiel von Muskelanspannung und -erschlaffung. Viele Speiseröhrenerkrankungen entstehen dadurch, dass dieses Zusammenspiel gestört ist.

Schließt die Speiseröhre nicht kräftig genug zum Magen hin ab, kann beim Zusammenziehen des Magens vermehrt Magensäure in die Speiseröhre schießen und die empfindliche Schleimhautschicht, die die Speiseröhre auskleidet, verletzen. Dies geschieht insbesondere, wenn zudem eine verstärkte Magensäurebildung (z. B. durch eine opulente Mahlzeit, aber auch durch Kaffee-, Alkohol- oder Nikotingenuss) angeregt wird, oder die Peristaltik der Speiseröhre eingeschränkt ist. Vom Patienten wird die aufsteigende Säure zumeist als brennender Schmerz, der von der Magengegend in den Hals hinaufzieht – Sodbrennen – wahrgenommen. Andererseits kann sich der Reflux aber auch als morgendliche Heiserkeit, Husten, Schluckstörung oder vermehrtes Aufstoßen bemerkbar machen. Selbst ein Druckgefühl hinter dem Brustbein, den viele fälschlicherweise auf Herzprobleme zurückführen, kann durch Reflux verursacht werden.

Die Diagnose der Refluxbeschwerden stellt dabei oft eine Herausforderung an den Arzt dar. Denn anders als viele andere Erkrankungen der Speiseröhre sind Refluxbeschwerden mit der Ösophagus-Magen-Duodenum-Endoskopie (der „Magenspiegelung“) nicht immer sichtbar.

In diesen Fällen hilft die 24-Stunden-pH-Metrie, die Langzeit-Säuremessung in der Speiseröhre. Bei diesem Verfahren wird eine Sonde in der Speiseröhre platziert, mit dem der Reflux von säurehaltigem Mageninhalt erfasst wird und somit ein direkter und mengenmäßiger Nachweis eines gastroosösophagalen Säurerefluxes erbracht werden kann. Die 2 mm dünne Sonde wird dabei durch ein Nasenloch vorgeschoben und an der Nase befestigt. So verbleibt es für 24 Stunden. In dieser Zeit speichert ein Aufnahmegerät die eingegangenen Daten. Die Untersuchung kann dabei ambulant oder auch im Krankenhaus durchgeführt werden; der Patient ist durchgehend mobil und kann alle alltäglichen Verrichtungen wie Essen, Trinken und Schlafen problemlos durchführen.

Für Patienten, die eine Sonde nicht tolerieren oder bei denen eine Säuremessung über einen längeren Zeitpunkt (bis 96 Stunden) erforderlich ist, kann zudem die Implantation einer sogenannten „Bravo-Kapsel“ angeboten werden. Hier handelt es sich um eine kleine Einmalkapsel, die mittels Magenspiegelung schonend in der unteren Speiseröhre verankert wird und im Verlauf von alleine abfällt.

Neben der häufigen Refluxerkrankung gibt es aber auch die viel selteneren Krankheitsbilder der Speiseröhre, bei denen die Muskelkraft der Speiseröhrenmuskulatur abschnittsweise oder gänzlich erhöht ist. Wenn sich z. B. der untere Ösophagussphinkter (unterer Schließmuskel der Speiseröhre) beim Durchtritt eines Bissens in den Magen nicht ausreichend öffnet, wird von der Achalasie gesprochen. Der Patient leidet an Schluckstörungen, Aufstoßen und Schmerzen und verliert zunehmend an Körpergewicht. Insbesondere in der Frühphase der Erkrankung zeigt sich aber bei der Magenspiegelung oftmals ein Normalbefund.

Hier hilft die Manometrie, bei der ebenfalls mittels einer eingeführten Sonde der gesamte Schluckablauf überprüft werden kann und insbesondere krampfartig erhöhte Muskeldrücke registriert werden. Dank technischer Neuerungen, der „hochauflösenden Manometrie“, dauert die Untersuchung heutzutage nur noch wenige Minuten, ist mit geringer Sondenmanipulation verbunden und in der Regel völlig schmerzfrei.

Zusammenfassend zeigen die Erfahrungen mit den funktionellen Untersuchungen an der Speiseröhre, dass es sich bei diesen Methoden um einfach durchführbare und sichere Untersuchungen handelt, die oft wertvolle Informationen liefern, um Patienten mit oftmals langer Leidensgeschichte eine wirkungsvolle medikamentöse oder chirurgische Behandlung zuzuführen. Im Klinikum Elmshorn kann dabei die gesamte Palette der Untersuchungsmethoden (pH-Metrie, Impedanzmessung, Bravo-Kapsel und Manometrie) angeboten werden.

Adresse

Regio Kliniken
Anges-Karll-Allee
25337 Elmshorn