7. Dezember 2012 von Dr. med. Wolfram Seidel in Sprechstunde
© Sana Kliniken AGSchmerzwahrnehmung
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Chronischer Schmerz

…und geht nicht mehr

Chronische Schmerzen sind eine eigenständige Krankheit. Stress, Ängste und andere seelische Belastungen verstärken das Risiko der Schmerzchronifizierung.

Bei chronischen Schmerzen hingegen läuft das Warnsignal quasi auf Dauerbetrieb, obwohl der Schmerzreiz kaum oder gar nicht mehr vorhanden ist. Dieser Chronifizierungsprozess tritt auf, wenn Nervenzellen über längere Zeit Schmerzimpulse an das Gehirn senden.

Durch das ständige Bombardement verändert sich der Stoffwechsel der Nervenzelle, sie wird überreizt und kann sich nicht mehr ausschalten. Das „Schmerzgedächtnis“ ist eine Art Defekt in der Festplatte unseres Nervensystems. Diese Veränderung der Signalübermittlung findet auf verschiedenen Ebenen statt. Die Reizschwelle der Nozizeptoren sinkt, außerdem werden ursprünglich inaktive Schmerzrezeptoren angeregt, sodass letztlich wesentlich mehr Nozizeptoren aktiviert werden.

Aus dem Warnsignal Schmerz ist eine eigenständige Krankheit geworden. Stress, Ängste und andere seelische Belastungen verstärken das Risiko der Schmerzchronifizierung.