3. Dezember 2012 von Dr. med. Wolfram Seidel in Sprechstunde
© Sana Kliniken AGDie häufigsten Berufserkrankungen in Deutschland
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Im Tal der Schmerzen

Die Arbeitswelt wandelt sich und mit ihr die berufsbedingten Krankheiten.

Berufsbedingte psychische und psychosomatische Krankheiten nehmen rapide zu. Dabei spielen Erkrankungen des Bewegungsapparates eine wichtige Rolle.

Klassische Berufskrankheiten wie Staublunge, Lärmschwerhörigkeit oder Bleivergiftung sind stark zurückgegangen. Dafür nehmen die berufsbedingten psychosomatischen und psychischen Krankheiten rapide zu. Fast jeder vierte Arbeitsunfähigkeitstag geht auf Erkrankungen des Bewegungsapparats zurück, besonders auf psychosomatisch bedingte Rückenprobleme.

Im Schnitt sind über 50-jährige Arbeitnehmer an zwölf Tagen im Jahr wegen Erkrankungen des Bewegungsapparats arbeitsunfähig. Die dadurch verursachten Fehlzeiten entsprechen jährlich einem volkswirtschaftlichen Schaden von rund 15,5 Milliarden Euro. Nach sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenproblemen kehren weniger als 50 Prozent der Erkrankten an den Arbeitsplatz zurück, nach zwölf Monaten weniger als acht Prozent.

Bei den gesundheitlich bedingten, vorzeitigen Verrentungen stehen heute die Erkrankungen der Bewegungsorgane mit 26 Prozent an der Spitze, der Prozentsatz hat sich in gut 20 Jahren verdoppelt. Dagegen sind die Herz-Kreislauf-Krankheiten als Grund für die Frühverrentung mit knapp 17 Prozent auf ein Drittel des früheren Wertes zurückgegangen.