© Sana Kliniken AGDr. med. Dip.-Mus. Anke Steinmetz
© Sana Kliniken AG

Fehlprogrammierungen löschen

Das Instrument spielt eine wichtige Rolle im Behandlungsprozess

Wenn der Patient in der Sprechstunde musiziert, erkennt Anke Steinmetz schnell, wo sich gestörte Bewegungsmuster oder Haltungen festgesetzt haben.

„Berufsmusiker erbringen ständig Höchstleistungen. Kein Wunder, dass sie als Patienten ein ähnliches Engagement von ihrem Arzt erwarten“,
Dr. med. Dip.-Mus. Anke Steinmetz.

Auch das Instrument spielt eine wichtige Rolle im Behandlungsprozess. Wenn der Patient in der Sprechstunde musiziert, erkennt Anke Steinmetz schnell, wo sich gestörte Bewegungsmuster oder Haltungen festgesetzt haben. Manchmal bringen schon einfache Tricks Linderung, wie etwa den Kinnhalter einer Geige aufzupolstern, doch meistens ist die Therapie komplexer.

Das Problem ist, dass schädliche Bewegungsmuster beim Musizieren relativ schnell automatisiert werden, erklärt Steinmetz. Diese Fehlprogrammierung zu löschen und in gesunde Spielbewegungen umzuwandeln, ist ein langwieriger Prozess. Die Therapie in Sommerfeld kombiniert verschiedene Behandlungsmethoden. Akute Schmerzen werden mit Medikamenten und physikalischen Behandlungen gelindert. Entspannungs- und Körperwahrnehmungstechniken helfen den Patienten bei der Stress- und Schmerzbewältigung. Verspannungen oder gestörte Bewegungsmuster lösen sich mithilfe der Manuellen Medizin oder Physiotherapie.

Entscheidend ist, dass der Patient lernt, beim Musizieren wieder die richtigen Muskeln einzusetzen und Fehlbelastungen zu vermeiden. Dies geschieht zum Beispiel mithilfe eines Biofeedbackgeräts, das die Muskelspannung misst und piepst, sobald der Musiker beim Spielen zu sehr verkrampft. Es gehe darum, jene Balance zwischen Anspannung und Entspannung wiederzufinden, die nicht nur spürbar, sondern auch hörbar ist, sagt Anke Steinmetz: „Die besten Musiker sind in der Körperwahrnehmung genauso gut wie auf ihrem Instrument.“ Um Musiker in Gesundheitsfragen künftig besser beraten und behandeln zu können, widmet sich das Sommerfelder Institut für Musikermedizin auch der Forschungsarbeit. Im Mittelpunkt stehen Prävention, neue Behandlungskonzepte, Erkrankungen des Bewegungssystems und fokale Dystonie, eine bei Musikern häufige krampfartige Fingerlähmung, deren Ursache bis heute nicht bekannt ist.