17. August 2013 von Sabine Kappe in Sprechstunde
© iStockphoto/ThinkstockOperationen sind massive Eingriffe in den menschlichen Körper. Vor allem für ältere Patienten ist dies – nach einem Sturz oder einer Erkrankung – meist eine besondere Belastung.
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Das postoperative Delir des älteren Patienten

Orientierungslosigkeit, Unruhe, Halluzinationen oder Angstzuständen nach OP – was sind die Auslöser?

Operationen stellen v. a. für ältere Patienten eine besondere Belastung dar. Nach einer OP kann bei ihnen u. U. das so genannte postoperative Delir auftreten.

Operationen sind massive Eingriffe in den menschlichen Körper. Vor allem für ältere Patienten ist dies – nach einem Sturz oder einer Erkrankung – meist eine besondere Belastung. Hier kann es unter Umständen nach einer Operation zum so genannten „postoperativen Delir des älteren Patienten“ kommen, einem Zustand verbunden mit Orientierungslosigkeit, Verwirrtheit und Halluzinationen. Frühzeitiges Erkennen und Behandeln sind hier besonders wichtig. Dies wird auch in der Sana-Klinik Zollernalb praktiziert. Die Klinik in Albstadt-Truchtelfingen verbindet Akutmedizin und Rehabilitation. Gerade für ältere Menschen ist dies von großem Vorteil, da sie Ärzte, Therapeuten und Pflegepersonal bereits kennen, wenn sie nach einer Operation in die Rehabilitation wechseln. Dies sorgt für Sicherheit und umfassende Versorgung.

 

Das postoperative Delir ist eine häufige und lebensbedrohliche Komplikation. Sie zeigt sich durch eine Funktionsstörung des Gehirns. Die Patienten leiden unter Orientierungslosigkeit, Unruhe, Halluzinationen oder Angstzuständen. Oft wird ein postoperatives Delir erst spät erkannt und/oder ein erfolgreiches Eingreifen erfolgt mit Verzögerung. Je mehr Zeit bis zur Diagnose verstreicht, desto aggressiver und riskanter muss die Therapie erfolgen. Je später dies geschieht, desto mehr erhöht sich die Lebensgefahr des Patienten.

 

Typischerweise beginnt ein postoperatives Delir innerhalb der ersten vier Tage nach einem Eingriff. Es kann das erste Symptom einer Erkrankung sein oder auch eine unerwünschte Wirkung eines Medikaments. Die Patienten werden reizbar, sind verwirrt, ziehen sich zurück oder werden gar feindselig gegenüber pflegenden Personen. Ebenso entwickeln sich Aufmerksamkeitsstörungen. Die Symptome treten typischerweise abends oder nachts auf. Zeitliche Desorientierung ist die typische Folge. Orientierung zu Ort und Person bleiben dagegen noch lange erhalten. Schwankungen der Symptome sind typisch.

 

Die Gefahr von Komplikationen ist natürlich in Folge eines Delirs groß. Wundliegen, Harnwegsinfekte, Lungenentzündungen durch Eingeatmetes oder Ausrenkungen operierter Gelenke sind keine Seltenheit.

 

Doch was ist der Auslöser für ein solches postoperatives Delir? Man hat inzwischen herausgefunden, dass so genannte delirogene Medikamente und eine gestörte Sauerstoffversorgung des Gehirns den größten Einfluss im Hinblick auf die Entstehung haben. Für eine erfolgreiche Behandlung ist vor allem eine frühzeitig Diagnose mit anschließender Behandlung erforderlich. Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt müssen hier optimiert werden, die Ernährung und die psychologische Unterstützung sind besonders wichtig.

 

Einem postoperativen Delir kann jedoch auch vorgebeugt werden. Hier sind die Kliniken und behandelnden Ärzte gefragt. Besonders wichtig ist das Vermeiden und Behandeln von Sauerstoffmangel und niedrigem Blutdruck vor, während und nach einem operativen Eingriff.

 

Die wenigsten Patienten benötigen eine Therapie mit Medikamenten. Viel wichtiger ist es, auf eine angemessene Ernährung zu achten und den älteren Patienten psychologisch zu unterstützen.

Adresse

Sana-Klinik Zollernalb
Robert-Koch-Str. 26
72461 Albstadt