© iStockphoto/ThinkstockNach insgesamt 5-wöchigem stationären Aufenthalt kann der an Pneumokokken-Pneumonie erkrankte Junge gesund aus dem Krankenhaus entlassen werden.
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Pneumokokken-Pneumonie

Im Klinikum Duisburg wird ein dreijähriger Junge mit komplikationsreicher Lungenentzündung erfolgreich behandelt

Ein dreijähriger Junge leidet an einer Lungenentzündung und untypischerweise verschlechtert sich der Allgemeinzustand trotz angemessener Therapie.

Der Fall, von dem ich berichte, handelt von einem bis dahin gesunden Jungen (3 Jahre alt), der trotz ambulant begonnener antibiotischer Behandlung eines Luftwegsinfektes eine stetige Verschlechterung des klinischen Zustandes erlebte. Daher erfolgte die Vorstellung am Aufnahmetag beim Kinderarzt, der das Kind sofort in die Klinik einwies.

Bei Aufnahme zeigte der Junge Luftnot, O2-Bedarf entwickelte sich in der Folge. Im Röntgenbild bestätigte sich die klinische Diagnose: Pneumonie (Lungenentzündung) links. Bis hierhin war das ein „typisches“ Bild einer Pneumonie.

Untypisch war der weitere Verlauf mit einer zunehmenden Verschlechterung des Allgemeinzustandes trotz adäquater Therapie. Es erfolgte daher am 5. stationären Tag eine Computertomografie des Thorax (Brustkorbs), wo sich ein massiver Pleuraerguss (Erguss im Brustkorb) links zeigte, der zu einer Mediastinalverlagerung, sprich einer Verschiebung der inneren Brustkorborgane nach rechts geführt hatte. Das ist sehr gefährlich.

Notfallmäßig wurde daraufhin von den Kollegen der Allgemeinchirurgie mittels Thorakoskopie (Spiegelung des Brustkorbes) eine partielle Pleurektomie (Entfernung von Pleurablätter) durchgeführt sowie Thoraxdrainagen angelegt.

Da sich in allen mikrobiologischen Untersuchungen kein Erreger fand, sandten wir Material an die Universität Würzburg zur kostenfreien PCR-Untersuchung im Rahmen einer wissenschaftlichen ESPED-Studie (ESPED= Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland). Dort wurde dann ein recht häufiger Erreger von Pneumonien gefunden, Streptococcus pneumoniae oder Pneumokokken genannt. Die begonnene antibiotische Behandlung war erfreulicherweise pneumokokkenwirksam.

Zur Vermeidung dieser Erkrankung gibt es eine Immunprophylaxe, d. h., Kinder werden im Rahmen der Regelimpfungen immunisiert. Dieser Junge war ebenfalls geimpft. Ob es sich in diesem Fall um einen Impfversager handelt oder ob es sich möglicherweise um einen Pneumokokken-Stamm handelt, gegen den bisher nicht geimpft werden kann, bleibt leider offen.

Nach insgesamt 5-wöchigem stationären Aufenthalt konnte der Junge dennoch gesund aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Zusammenfassend handelt es sich bei diesem Fall um eine Pneumokokken-Pneumonie, die einen komplikationsreichen Verlauf nahm.

Da die Immunprophylaxe zu einer deutlichen Abnahme dieser Erkrankung geführt hat, waren wir überrascht.

Dank der guten interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Kollegen der Allgemeinchirurgie und der Zuhilfenahme universitärer „Hilfe“ konnte dieser Junge gesund nach Hause entlassen werden.

Adresse

Klinikum Duisburg
Zu den Rehwiesen 9-11
47055 Duisburg